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In 50-er Jahren mit ABM-Kräften gebaut / Quelle soll Löschteich speisen

Möllenbecks alte Wasserleitung wird nicht mehr wieder aktiviert

Möllenbeck (who). "Etlicheältere Einwohner haben mich angesprochen, warum die Quelle für die alte Möllenbecker Wasserleitung aus dem Wald im Bereich ,Auf dem dritten Hals' nicht mehr genutzt werden soll", stellte Heinrich Requardt zur letzten Ortsratssitzung eine Anfrage im Bürgerauftrag.

veröffentlicht am 19.06.2007 um 00:00 Uhr

Hermann Gröne

Hintergrund: Im Jahr 2001 hatten die Rintelner Stadtwerke die Quelle geschlossen und deren Fassung abbrechen lassen. Die Begründer nannten die Wasserqualität als hygienisch nicht mehr ausreichend. Die Kosten für eine technische Nachbesserung seien darüber hinaus zu hoch. Hermann Gröne aus Möllenbeck gehört zu denjenigen, die sich fragen, weshalb die Wassergewinnungsanlage, die Ende der 1930er Jahre von der damals selbstständigen Gemeinde Möllenbeck gebaut worden ist, still gelegt wurde und ungenutzt bleiben soll. Wie Requardt und dessen CDU-Fraktion im Ortsrat sei er der Meinung, das verfügbare Wasser könne zumindest als Löschwasserreserve aufgefangen oder im Bereich der ehemaligen Badeanstalt östlich der Kreisstraße 80 genutzt werden. "Man könnte dort auch eine Kneippanlage errichten", so Requardt. Bei einer täglichen Ausschüttung von über 23 Kubikmeterneine Möglichkeit, über die es sich lohne nachzudenken. Anfang der 1950er Jahre habe die Quelle sogar bis zu 70 Kubikmeter pro Tag geliefert, erinnert sich Hermann Gröne. Nicht zuletzt deshalb, weil er Bauleiter gewesen ist, als damals zwischen 25 und 30 Arbeitslose im Zuge einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme die Leitung erneuert haben. Dabei sei der Rohrstrang von 60 Millimetern gegen eine Leitung von 80 Millimetern Durchmesser ausgetauscht worden. Gröne, der 1922 geboren wurde, erinnert sich genau: "Wir haben jeden Tag ungefähr 500 Meter geschafft." In Handarbeit mit der Schaufel sei der Graben ausgehoben und wieder zugeschüttet worden. "Jeden Morgen haben wir die Leitung zugedreht und die Rohre ausgetauscht. Vor Feierabend wurde gespült und vom Abend bis zum Morgen hatten die Möllenbecker wieder Wasser." Es sei immer von guter Qualität gewesen und nicht einleuchtend, warum es nicht auch heute noch genutzt werden sollte. Darüber hinaus seien so gut wie keine Betriebskosten entstanden, weil das Wasser ohne Energieaufwand von selbst zum 1938 erbauten Hochbehälter oberhalb der Straße Neustadt geflossen sei. Nach Befund der Stadtwerke seien Wiederherstellung und Betrieb der alten Wasserleitung nicht wirtschaftlich, erklärte Ortsbürgermeister Reinhold Kölling bei der Ortsratssitzung. Deshalb werde die Leitung nicht weiter für die Trinkwasserversorgung betrieben. Kölling, der in Personalunion auch Meister für den Trinkwasserbereich der Stadtwerke ist: Das Wasser der Quelle werde ohnehin weiter genutzt, da es im Feuerlöschteich beim südlichen Ortseingang an der K 80 aufgefangen werde und überschüssiges Nass in den anschließenden ehemaligen Mühlenbach abfließe. Ortsratsmitglied Heinrich Requardt dazu: "Wir wollten durch die Beantwortung unserer Anfrage die anhaltende Diskussion im Ortüber die Schließung der Quelle beenden. Andererseits möchten wir trotzdem gerne noch durch die Stadtverwaltung prüfen lassen, ob das Wasser nicht doch noch in irgend einer Form weiter genutzt werden kann."



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