weather-image
14°
Massenansturm von Jungmitgliedern / Suche nach neuem Vereinsdomizil geht weiter

Mitgliederrekord: DLRG-Gruppe hat zu Jahresbeginn 668 Lebensretter

Bückeburg (jp). Die DLRG Bückeburg bleibt auch nach Jahren ununterbrochenen Mitgliederzuwachses ein Magnet. "Wir haben uns ja schon daran gewöhnt, dass unsere Mitgliederzahlen ständig steigen", meinte der erste Vorsitzende Ortwin Kreft auf der Jahresversammlung in "Sümenings Tenne" in Knatensen. So stieg der Mitgliederbestand in 2007 noch einmal um 28 Personen auf den Rekordwert von 668 zum 1. Januar 2008. "Und das sind weiß Gott keine passiven Mitglieder, sondern solche, die in unserem Übungsbetrieb äußerst präsent sind", betonte Kreft. Ein Ende des Trends ist auch in den ersten beiden Monaten des Jahres 2008 nicht abzusehen.

veröffentlicht am 14.02.2008 um 00:00 Uhr

0000477361.jpg

Nach wie vor sind es vor allem kleine und kleinste Kinder, die von ihren Eltern bei der DLRG für die Anfängerschwimmausbildung und das Jugendtraining angemeldet werden. "Die Bevölkerung nimmt uns vor allem als Servicebetrieb in Anspruch, um den eigenen Kindern das Schwimmen beizubringen", bemerkte Ortwin Kreft süffisant. Der Massenansturm von Jungmitgliedern konzentriere sich daher vor allem auf die drei Übungszeiten der DLRG am Dienstagabend im Bückeburger Hallenbad: "Wir haben dort bisweilen 80 Kinder und mehr gleichzeitig im Becken", so der Vorsitzende, "man kann sich vielleicht vorstellen, was für Anforderungen das an unsere Übungsleiter stellt." Angesichts eines solchen Ansturms sei es auch zwingend erforderlich, den Eltern dieser Kinder den Zutritt zum Hallenbad zu verwehren, auch wenn das bei den Betroffenen nicht immer auf Verständnis stoße. "Ein geregelter Übungsbetrieb wäre sonst überhaupt nicht aufrechtzuerhalten." Leider sei die Zahl der Übungsleiter nicht im gleichen Maße gestiegen wie die Zahl der Schwimmanfänger. Ein riesiges Kompliment richtete der zweite Vorsitzende Matthias Kraft daher an die Trainingscrew der DLRG Bückeburg dafür, den enormen Anforderungen dieses Übungsbetriebes dennoch standzuhalten und stets eine strukturierte und hochqualifizierte Ausbildung zu gewährleisten. "Lasst Euch nicht ärgern und bleibt gelassen", ermutigte Kraft sein Team, selbst wenn es einmal - so wie ihm selbstvor Kurzem - passiere, dass urplötzlich der Vater eines Schwimmanfängers in Winterstiefeln im Hallenbad auftauche, um den DLRG-Übungsleitern seine persönlichen Ansichten über den Ausbildungsstand seines Sprösslings kundzutun. Generell komme der Schwimmausbildung eine wachsende Bedeutung zu, betonte Ortwin Kreft. In Deutschland würden immer mehr öffentliche Schwimmbäder geschlossen, mit entsprechend katastrophalen Folgen für Kinder und Jugendliche: "Schon jetzt kann bundesweit jeder vierte Grundschüler nicht mehr richtig schwimmen." Daher sei in den nächsten Jahren auch mit einer Zunahme von Ertrinkungsfällen zu rechnen. Noch nicht weitergekommen ist man mit der Suche nach einem neuen Vereinsdomizil. Seit fünf Jahren residiert die DLRG Bückeburg zur Miete in einem Hofgebäude an der Scheier Straße. Zurzeit spart der eingetragene Verein fleißig für eigene vier Wände an, hat aber noch keine geeigneten gefunden. "Mit unserer Ausrüstung und unserem Bedarf an Schulungsräumen können wir schon lange nicht mehr überall untergebracht werden", so Ortwin Kreft. "Mit einer oder zwei Doppelgaragen ist es da lange nicht getan." Seit Jahren liebäugelt die DLRG mit dem alten Umkleidetrakt des Bückeburger Bergbades. Um hierhin übersiedeln zu können, fehlen jedoch entscheidende Vorraussetzungen seitens der Stadt.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare