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Windräder: Soll der F-Plan der Samtgemeinde geändert werden? Niedernwöhrener beziehen Stellung

Mitgestalten, bevor es zu spät ist

Niedernwöhren. Bis wieder neue Windräder in der Samtgemeinde aufgestellt werden dürfen, könnte es noch gut zwei Jahre dauern. So lange kann sich nämlich die Änderung des Flächennutzungsplans (F-Plans) hinziehen, die von der Lambeeke Windpark Entwicklungs-GbR beantragt worden ist.

veröffentlicht am 11.08.2014 um 18:49 Uhr

Autor:

kirsten elschner

Die GbR plant – wie berichtet – einen Windpark zwischen Nordsehl und Niedernwöhren. Die Änderung des F-Plans sieht aber vor, dass die komplette Samtgemeinde auf Windenergie-Potenzialflächen geprüft wird. Um herauszufinden, wie die Mitgliedsgemeinden dazu stehen, hat die Samtgemeinde um eine Stellungnahme gebeten. Als erste Kommune hat sich Niedernwöhren öffentlich dazu positioniert. Nach einer kontroversen Diskussion sprachen sich die Ratsmitglieder mit drei Gegenstimmen und sechs Ja-Stimmen dafür aus, das Verfahren zur F-Plan-Änderung einzuleiten.

Die Entscheidung liegt zwar letztlich bei der Samtgemeinde, in den vergangenen 40 Jahren sei der F-Plan aber nie gegen den Willen einer Mitgliedsgemeinde geändert worden, sagte Friedrich Wilharm (CDU), stellvertretender Bürgermeister. Eigentlich wollten die Niedernwöhrener mit ihrer Stellungnahme noch warten, bis sich der Nordsehler Rat entschieden hat. Aber man könne sich jetzt „nicht hinter Nordsehl verstecken“, sagte Wilharm. Wie Nordsehls Bürgermeisterin Hanna Mensching-Buhr im SN-Gespräch mitteilte, kommt das Thema dort erst im September auf die Tagesordnung.

Wilharm betonte in der Diskussion wiederholt: Es gehe hier nicht um Detailfragen, wie Höhen oder Abstände, sondern nur um die Kernfrage: Soll das Verfahren eingeleitet werden oder nicht?

Ralf-Uwe Seeger (SPD) sprach sich als erstes dagegen aus, den F-Plan anzufassen: „Ich bleibe bei meiner Entscheidung: Ich bin gegen die Windenergieanlagen“, betonte er. „Wenn man jemanden nicht in seinem Haus haben will, lädt man ihn auch gar nicht erst ein“ – so sein Vergleich.

Auch Kai-Uwe Völkening (CDU) äußerte Unbehagen: Im Antrag der GbR habe er Widersprüche zu den ursprünglichen Plänen entdeckt. Erst sollten die Anlagen einen Abstand zur Wohnbebauung von 1500 Metern haben, jetzt nur noch 800. Die Pläne seien ihm „zu diffus“.

Ratsherr Dieter Weihmann (SPD) entschied nach seiner Grundeinstellung: Er sei klar für erneuerbare Energien. „Es interessiert mich nicht, ob Spargelstangen in der Walachei stehen.“ Irgendwo müsse die Energie eben herkommen.

Seeger fühlte sich davon offenbar provoziert: „Ich bin hier aber als Vertreter der Gemeinde“ und nicht für den Rest der Welt verantwortlich. Er möchte nicht, dass die Samtgemeinde „zugespargelt“ werde, während andere Kommunen sich dagegen wehrten. Er sei nicht gegen Windenergie, er wolle bloß eine gerechte Verteilung.

Die Mehrheit des Rates stimmte schließlich für die Einleitung des Verfahrens. Hauptargument: Lieber vorher für eine geregelte Ausweisung der Potenzial-Flächen sorgen, als später nicht mehr reagieren zu können, wenn sich Investoren einklagten, argumentierte unter anderem Jürgen Weh (SPD).

Was am Ende des Verfahrens herauskommt, könne man letztlich nie wissen, gab Wilharm zu. Spannend werde es, ob die jetzigen Standorte in der Samtgemeinde ausreichten oder ob künftig neue hinzukommen.



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