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Gelassene Reaktionen in Bad Pyrmont auf das angekündigte Sparpaket / Nur 27 Kurzarbeiter

Mitarbeiter haben großes Vertrauen in Phoenix

Bad Pyrmont (khr). Rund 1000 Mitarbeiter werden bei Phoenix Contact Electronics in Bad Pyrmont beschäftigt. Wenn davon 27 Mitarbeiter in einer Abteilung ab 1. März in Kurzarbeit geschickt werden, hat das auch noch keine große Dramatik. Schmerzhafter wird es für die 58 Leiharbeiter, die Ende März ihren Job bei Phoenix in Pyrmont verlieren. Diese Zahlen nannte gestern der Betriebsratsvorsitzende Klaus Hedwig.

veröffentlicht am 18.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Er bescheinigt der Geschäftsleitung aber „Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein“ bei den beschlossenen Maßnahmen. „Immerhin werden trotz des Auftragsrückgangs alle Auszubildenden übernommen, und Geschäftsführung und Bereichsleiter verzichten auf 6,6 Prozent ihres Gehaltes.“

Appell an die

Zeitarbeitsfirmen

Das wird auch von Belgin Wegener und Katharina Kettler positiv vermerkt, die beide noch nicht von Kurzarbeit betroffen sind. Trotz des Sparpakets haben die Mitarbeiter großes Vertrauen in das eigene Unternehmen und sehen die Zukunft nicht so schwarz. „In unserer Abteilung sind noch im letzten Jahr drei Zeitarbeiter in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen worden“ berichtet Facharbeiter Björn Vaupel. „Und mit unseren Hightech-Produkten sind wir gut aufgestellt.“ Auch durch das breite Spektrum von Kunden, sei man nicht so anfällig für Konjunkturschwankungen, so laufe das Geschäft im Energiesektor wie beispielsweise bei Windkraftanlagen noch sehr gut.

Barbara Vöckel aus der Produktion weiß zwar, dass ihr Arbeitsplatz durch die Manövriermasse Zeitarbeiter sicherer ist, setzt sich aber für die Kollegen ein, die jetzt gehen müssen. „Phoenix ist bestrebt, seine Mitarbeiter zu halten und das sollen auch die Zeitarbeitsunternehmen versuchen und nicht so viel Geld für Werbung rausschmeißen, in dem sie Profiklubs wie Schalke 04 sponsern“, meint sie.

5 Bilder
B. Vöckel

Auch Carsten Richter aus der Informationstechnologie- Verwaltung ist froh, einen so guten Arbeitgeber zu haben. Er hat nur eine halbe Stelle und kann dadurch nebenbei Informatik studieren, um seine Berufschancen zu verbessern. „Wenn ich von Kurzarbeit betroffen wäre, müsste ich mir ernsthaft überlegen das Rauchen aufzugeben“ meint er, und weiß genau, wie viel er damit im Monat sparen kann.

Eine Mitarbeiterin, die ihren Namen nicht genannt haben möchte, erinnert sich gut an die Zeit von 2001, als es schon einmal eine Wirtschaftskrise mit Entlassungen gab. Ihr Konsumverhalten werde durch die momentane Krise nicht beeinflusst. „Das fängt sich wieder und irgendwann werden die Leiharbeiter auch wieder geholt“, ist sie sich sicher.

Ähnlich äußert sich Sonja Nadal aus der Werkstattfertigung. In ihrer Abteilung sei die Auslastung noch gut, sodass sie für sich selbst in der nächsten Zeit keine Kurzarbeit befürchtet. Außerdem habe sie noch ein Zeitguthaben von 140 Stunden, das zum Ausgleich von Auftragsschwankungen abgebaut werden könne. „Ich bin froh, dass Phoenix mit seinem Sparpaket rechtzeitig reagiert und dadurch vielleicht drastischere Maßnahmen vermieden werden können,“ sagt sie.



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