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Wahl in Thüringen

Mit Zivilcourage gegen den eigenen Parteiapparat

„Thüringen braucht stabile Mehrheiten und pragmatische Lösungen“, schreibt M. Koch. Und noch einen Satz sollten Konservative beherzigen, weder die Linkspartei noch die Union sind jedenfalls verpflichtet, ihre Identität bis in alle Ewigkeit allein aus Vergangenem zu definieren. Genauso sieht es die Bevölkerung, nicht nur in Thüringen, wie die Wahlergebnisse zeigen.

veröffentlicht am 08.11.2019 um 20:47 Uhr

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Zu: „Die Mauer muss weg“, vom 29. Oktober


Und noch etwas, CDU/CSU sollten der Bevölkerung bei ihrer „Ausschließeritis“ das eigene Fehlverhalten in der eigenen Vergangenheit nicht vorenthalten. Es waren Zentrums- und BVP-Abgeordnete, die 1933 dem Ermächtigungsgesetz Hitlers zugestimmt haben. Und auch Dr. Adenauer hat bis heute ein gehöriges Versagenspaket auf seinen Schultern, weil er nach 1949 potenzielle Nazis in seine Regierung aufnahm.

Weil unsere Presse das Zentrum als Vorläuferpartei der heutigen CDU/CSU nicht thematisiert, weiß das kaum jemand mehr. Nur noch wenige Zeitzeugen können heute darüber berichten. Unterm Strich haben sich in der Vergangenheit Parteien schuldig gemacht, das ist Fakt. Einzig die SPD hat widerstanden! Sozialdemokraten und Kommunisten saßen damals schon in Gefängnissen und KZ. Wer heute noch Mauer und Schießbefehl allein der Partei Die Linke anheftet, der macht sich unglaubwürdig, weil eigenes Versagen sich nicht automatisch durch Verschweigen und Verdrängen auflöst! Wer heute keine Straßenkämpfe auf unseren Straßen haben will, der sollte reden, reden, reden!

Mike Mohring wählt den richtigen Ansatz, wenn er mehr „Beinfreiheit“ gegen widersinnige in Beton gemeißelte Parteitagsbeschlüsse einfordert. Im heutigen Sprachgebrauch würde man das Zivilcourage gegen den eigenen Parteiapparat nennen.



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