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Kraniche ziehen in großer Zahl über das Weserbergland - später als üblich

Mit Trompetenrufen gen Westen

Weserbergland (gro). Kranichrufe an den ersten Januartagen? Die Blicke vieler Menschen im Weserbergland richten sich gen Himmel, wenn die großen Vögel mit ihren markanten Stimmen in Formation gen Westen ziehen. Der Zeitpunkt ist nach Aussage von Fachleuten ungewöhnlich, aber angesichts der Wetterlage und des milden Winterklimas nicht unmöglich.

veröffentlicht am 07.01.2008 um 00:00 Uhr

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Friedhelm Niemeyer vom BUND "Diepholzer Moorniederung" beobachtet mit seinem Team schon seit Jahren den Kranichzug und sagt angsichts der jüngsten Beobachtungen im Weserbergland: "Vermutlich kamen die Vögel aus dem Raum Berlin. Dort wurden am 29. Dezember noch über 1000 Kraniche auf den Rastplätzen beobachtet." Der Auslöser für den Weiterzug der imposanten Vögel habe wohl der leichte Wintereinbruch und der Ostwind ausgelöst. In Diepholz seien in den letzten Tagen gut 2900 Kraniche auf den dortigen Rastplätzen beobachtet worden. "Die Tendenz der Vögel zur längeren Rast in unseren Bereichen bis zur Überwinterung hat zugenommen," stellt Niemeyer fest. Bestätigung findet seine Feststellung durch Professor Dr. Franz Bairlein, den Leiter des Institutes für Vogelforschung "Vogelwarte Helgoland". Die Kranichbestände hätten zahlenmäßig gut zugenommen, so Bairlein, und der Klimawandel sorge für einen späteren Zug der Kraniche; der Höhepunkt liegt sonst im Oktober. Zudem gebe es, auch durch Zufütterung, eine verbesserte Ernährungssituation für die Vögel. Dieses gelte insbesondere für die Rastplätze in Mecklenburg-Vorpommern.

Ein Kranich am Boden. Die Vögel ziehen deutlich später als gewoh
  • Ein Kranich am Boden. Die Vögel ziehen deutlich später als gewohnt in ihr Winterquartier.

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