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Stadtwerke Hameln und Bad Pyrmont steigen in die Stromerzeugung mit Windkraft ein

Mit „Tobi“ gegen die Marktmacht der Konzerne

Hameln/Bad Pyrmont (ni). Die Stadtwerke Hameln und Bad Pyrmont haben den nächsten Schritt in Richtung Energiewende getan: Gemeinsam mit sechs weiteren Stadtwerken unterzeichneten sie am 2. Dezember einen Kaufvertrag zum Erwerb von elf Windkraftanlagen. Was die lokalen Energieversorger dazu bewogen hat, sich in der „Tobi Windenergie GmbH & Co. KG“ zusammenzuschließen, erklärt die Hamelner GWS-Geschäftsführerin Susanne Treptow: Mit dem Einstieg in die Erzeugung von Strom aus Windkraft wollten die Stadtwerke nicht nur einen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen leisten, sondern sich auch „unabhängiger machen von der Marktmacht der vier großen Energiekonzerne“.

veröffentlicht am 17.12.2009 um 09:59 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Am Niederrhein und an der Küste stehen die elf Anlagen, die die

Die von „Tobi“ gekauften Anlagen am Niederrhein und an der deutschen Küste sind bereits im Betrieb. Bei einer Gesamtleistung von 20 Megawatt können sie 12500 Haushalte mit Strom versorgen. Entsprechend den gezeichneten Anteilen „gehört“ den Stadtwerken Bad Pyrmont davon ein Megawatt, Hameln die doppelte Menge. In den kommenden Jahren will die Gesellschaft durch eigene Projektentwicklungen und den Erwerb von bestehenden Windparks weiter wachsen. Mittelfristig sollen 15 Prozent des Strombedarfs der Stadtwerke zur Versorgung ihrer Kunden in eigenen Windenergieanlagen erzeugt werden. Die Hamelner Stadtwerke haben laut Treptow vor, bis 2015 sieben bis acht Millionen Euro in diesen Bereich zu investieren.

„Wir wollen mit unserer Wachstumsstrategie nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch zur Stabilisierung der Strompreise für unsere Kunden leisten“, sagt Dieter Boldt von den Stadtwerken Bad Pyrmont. Mit jedem selbst produzierten Kilowatt gewinne das Unternehmen größere Unabhängigkeit von den Großkonzernen, in deren Händen 85 Prozent der Erzeugungskapazitäten liegen.

Das Pyrmonter Unternehmen hat sich in jüngster Zeit auch um Windkraft unmittelbar vor der eigenen Haustür bemüht. In dem jetzt von der Stadt ausgewiesenen Vorranggebiet für Windkrafträder auf der Ottensteiner Hochebene wollten sich die Stadtwerke Grundstücke für den Bau eigener Anlagen sichern. Aber fast alle Flächen waren schon fest in privater Hand. „Wenn wir Glück haben, bekommen wir noch ein Grundstück für eine einzige Anlage“, so Boldt. Für Susanne Treptow kommen Anlagen auf Hamelner Terrain nur dann infrage, wenn die Bevölkerung auch dahinter steht und nicht Sturm läuft gegen die Propellerriesen in ihrer Nachbarschaft. Treptow: „Ich möchte keine Strom- oder Gaskunden verliere, weil sie sich ärgern.“

Die Hamelner Stadtwerke haben sich das Ziel gesetzt, den Anteil an der Eigenstromerzeugung bis zum Jahr 2020 auf rund 50 Prozent auszubauen. Diese geplante Wachstum lasse sich in Kooperation mit den Tobi-Partnern aus Bad Honnef, Bad Pyrmont, Bad Salzuflen, Bocholt; Hildesheim, Iserlohn und Menden „effizienter und schneller realisieren, als wenn jedes Unternehmen eigene Projekte entwickeln müsste“, ist Treptow überzeugt. Angestrebt werde dabei ein „Energiemix“ aus verschiedenen Energiequellen. Hameln sei aus diesem Grund auch mit vier Megawatt an einem Kohlekraftwerk beteiligt, das 2012 in Lünen ans Netz gehen soll.



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