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Osterfeuer im Schaumburger Land: Volles Programm bei Ackerbürgern in Rinteln und beim THW in Bückeburg

Mit Stockbrot, Schlehenschnaps und Spielleuten

Landkreis (who/la/sig/jp/bus). Große Haufen aus Ästen,Reisig und Holz sind am Osterwochenende im Schaumburger Land in Flammen und Rauch aufgegangen. Die teils gewaltigen Osterfeuer sind vielerorts, so scheint's, als willkommener zusätzlicher Brenntag gefeiert worden. Kommentare wie "Dabei konnten wir gut loswerden, was Kyrill inunserem Garten umgelegt hatte", waren nicht nur an einem der Brennplätze zu hören, die zumeist dicht von Zuschauern umlagert waren.

veröffentlicht am 10.04.2007 um 00:00 Uhr

Die Poggenhäger feierten mit Erbsensuppe, Schlehenschnaps und Le

Insgesamt brauchte es nicht allzuviel Beiprogramm, um die "Osterfeuer-Feiergäste" anzulocken und zufrieden zu stellen. Ein lodernder Reisighaufen und dazu Getränke und Bratwurst reichten in der Regel völlig aus. Jedes bisschen mehr war schon Luxus, wie das Zelt, das Engerns Feuerwehr vorsorglich neben dem Imbisswagen aufgebaut hatte. Wo die Feuerwehren nicht selber die Feuer angezündet hatten und für fachgerechtes Niederbrennen sorgten, standen sie dennoch in Rufbereitschaft wachsam im Hintergrund. Das volle Osterfeuer-Programm zeigten vor allem auch die Rintelner Ackerbürger. "Wieder bestens durchorganisiert" konnte man ihrem Vorsitzenden Klaus Tirschler beim Rundgang auf Gut Dankersen nur bescheinigen. Mit kleinen Attraktionen für die Kinder scheinen die Ackerbürger bereits für die Zukunft vorzuarbeiten. Die eigens errichtete Kokelstelle in Sichtweite der aufmerksamen Augen von Eltern und Veranstaltern hatte es dem Nachwuchs sichtlich angetan. Ebenso die urigen Schwedenfackeln auf dem Freigelände. Das wohl am höchsten gelegene Osterfeuer im weiten Umkreis gab es wieder in Luhden. Die dortige Ortsfeuerwehr hatte überwiegend Baum- und Strauchschnitt zusammengetragen und in der Verlängerung der Klippenstraße oberhalb der Autobahn deponiert. Die Versorgungsstände unterhalb der großen Autobahnbrücke hatten nicht so viel zu tun wie in früheren Jahren. Ortsbrandmeister Jürgen Diekmann: "Man spürt die Konkurrenz der vielen privat angemeldeten und genehmigten Osterfeuer." Schließlich begrüßten auch noch die Wehren in Buchholz und Ahnsen das Osterfest auf diese Weise. So hatten die Einwohner derSamtgemeinde die Qual der Wahl. Auch im Auetal lodertenüberall die Osterfeuer. In dem 73-Seelen-Dorf Poggenhagen hatten Ulrike Frey und Andreas Wittrock ihre Nachbarn und Freunde auf ihren Hof eingeladen, und alle waren gekommen. Zur Stärkung gab es von Ulrike Frey gekochte Erbsensuppe. "Die habe ich das erste Mal gemacht und sie kommt sehr gut an", freute sich die Gastgeberin. Am Feuer kreiste eine Flasche Schlehenschnaps - selbstverständlich auch aus eigener Herstellung. Als die Flammen richtig loderten, feuerten die Poggenhäger sogar noch einige Raketen ab und brachten damit den Himmel zum Leuchten. Alle zwei Jahre nutzt der Gelldorfer Ortsrat das Osterfeuer, um die Einwohner zu begrüßen, die in der zurückliegenden Zeit zugezogen sind. Die Teilnehmer dieses Empfangs und des Osterfeuers wurden vom Obernkirchener Spielmannszug und von der heimischen Trachtengruppe mit achttourigen Tänzen unterhalten. Die Kinder durften die Schulwiese nach Süßigkeiten durchstöbern, die derOsterhase im Auftrag der Dorfgemeinschaft versteckt hatte. Auch in Vehlen hatten sich zahlreiche Gäste eingefunden. Die Ortsfeuerwehr hatte dort einen Holzstoß errichtet, der fast die Höhe des Löschturms erreichte. "Wir durften Tannen holen, die "Kyrill" im Harrl entwurzelt hatte", berichtete ein Feuerwehrmann. Vor dem Feuer hatte auch hier der Osterhase für hundert Kinder Süßigkeiten abgegeben. Die Obernkirchener Feuerwehr hatte der Landwirt Heinrich Struckmeier vom "Klippschloss" mit Brennbarem versorgt. Der künftige Ortsbrandmeister Clemens Keich entzündete den Stapel mit einer Fackel. Vor und nach dem Feuer unterhielt DJ Maik die Besucher in der mit Partybänken ausgestatteten Fahrzeughalle. Drei Anhängerladungen voller Holz hatte die Bergdorfer Feuerwehr zusammengetragen. Schon am frühen Abend loderten die Flammen östlich des Bergdorfer Feuerwehrgerätehauses meterhoch in den klaren Nachthimmel, während sich rund um die Feuerstelle echte Volksfeststimmung entwickelte. Als weltliche Volkssitte ist das Osterfeuer seit 1559 bezeugt. Interessanterweise begegnen sich gerade in der hiesigen Gegend zwei unterschiedliche Traditionen: Während in Norddeutschland Osterfeuer - so wie in Bückeburg und Umgebung auch - am Ostersonnabend entzündet werden, brennen im nahe gelegenen Ostwestfälischen die Feuer häufig erst am Ostersonntagabend, etwa bei den berühmtem rollenden Feuerrädern, die in Lügde vom Osterberg herabgerollt werden. Die Zubereitung von leckerem Stockbrot, eine Schminkaktion und das Gastspiel des Voltigiervereins Centaurus sind die Attraktionen des vom Technischen Hilfswerk (THW) in Bückeburg organisierten Osterfeuers gewesen. Da nahm es nicht wunder, dass sich auf dem Areal an der Petzer Straße außergewöhnlich viele Kinder und Jugendliche im Schein der Flammen tummelten. "Wir können uns über die Resonanz nicht beklagen", fasste THW-Chef Eugen Krinke mit ein wenig Untertreibung den Zuspruch mehrerer hundert Besucher zusammen. Bei den Erwachsenen standen der Getränkewagen, die Sektbar und der vom DRK betreute Grillpavillon hoch im Kurs. "Die Zusammenarbeit mit dem DRK klappt sehr gut und verdeutlicht unsere gemeinsamen Interessen", sagte Krinke. Auch das Mitwirken der Voltigierer stelle eine Bereicherung dar. Centaurus bot außer Kunststücken den jungen Gästen Gelegenheit, einige Runden auf dem Rücken des Vereinspferdes "Burkhard" zu drehen. Am Stockbrotofen war der Andrang so groß, dass für das nächste Jahr über die Einrichtung eines zusätzlichen Kinderfeuers nachgedacht wurde.

Obernkirchener Spielleute bei ihrem Auftritt in Gelldorf. Foto:
  • Obernkirchener Spielleute bei ihrem Auftritt in Gelldorf. Foto: sig
Eine leckere Bratwurst gehört zu jedem Osterfeuerbesuch. Foto: s
  • Eine leckere Bratwurst gehört zu jedem Osterfeuerbesuch. Foto: sig
Osterfeuer wie das in Engern sind ein Familienerlebnis. Foto: wh
  • Osterfeuer wie das in Engern sind ein Familienerlebnis. Foto: who
Wer einmal ein großer Ackerbürger mit einem richtigen großen Ost
  • Wer einmal ein großer Ackerbürger mit einem richtigen großen Osterfeuer werden will, fängt zunächst klein an. Foto: who
Beim THW züngeln die Flammen viele Meter in die Höhe. Foto: bus
  • Beim THW züngeln die Flammen viele Meter in die Höhe. Foto: bus
Obernkirchener Spielleute bei ihrem Auftritt in Gelldorf. Foto:
Eine leckere Bratwurst gehört zu jedem Osterfeuerbesuch. Foto: s
Osterfeuer wie das in Engern sind ein Familienerlebnis. Foto: wh
Wer einmal ein großer Ackerbürger mit einem richtigen großen Ost
Beim THW züngeln die Flammen viele Meter in die Höhe. Foto: bus


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