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"Blue Lake International Choir" konzertiert

Mit Stimmgewalt Format bewiesen

Bückeburg. Die geistlich-festliche Atmosphäre der dicht besetzten Stadtkirche hat den würdigen Rahmen für ein außerordentlich hörenswertes Konzert des "Schaumburger Jugendchores" mit dem seit langem befreundeten "Blue Lake International Choir" aus Michigan gegeben.

veröffentlicht am 03.07.2008 um 00:00 Uhr

Autor:

Dietlind Beinßen

Unter inspirierendem Dirigat von Andreas Mattersteig und mit der emsigen Vera Spindel am Flügel entfalteten zu Beginn die Einheimischen geschmeidig einen runden Klangkörper, aus dem immer wieder Solisten hervortra ten. Das gut ausgelotete Programm des ersten Teils reichte von Buxtehudes "Lobet, Christen"über Chaminades sehr ansprechend gebrachtes "Agnus Dei" bis zu Rutters fröhlichem "For the beauty of the earth". Bunte Ausdeutung erfuhren später unter anderem die rhythmisch in Szene gesetzte Weise "Hab mein Wagen vollgeladen", der fetzig pointierte Vortrag von "It´s only a Paper Moon" und nicht zuletzt das quick und frisch gestaltete Gospel "Walk in Jerusalem". Doch zwischendurch beanspruchten die konditionsstarken 70 Sängerinnen und Sänger im Alter von 13 bis 18 Jahren aus den USA die ganze Aufmerksamkeit. Bisweilen sorgte die körperlich und in Sachen Organen tüchtig aus sich herausgehende Formation für derartige Homogenität und Farbenvielfalt, dass man glaubte, einer Orgel mit zahllosen Registern zu lauschen. Temperamentvoll angeführt vom impulsiven Direktor Mark Webb - und ab und zu von der fachkundigen Pianistin Amy Grinsteiner - wartete die Crew mit einem Repertoire auf, in dem fast alle Genres mitmischten. Die hervorragend getrimmte Schar war durchweg eifrig und stimmgewaltig bei der Sache und entwickelte aussagekräftige Wiedergaben par excellence. Eingestreute Soli bildeten dabei das I-Tüpfelchen. Voller Verve ging das Ensemble da dem mitreißenden "Swingin´ With The Saints" und dem hurtigen "Go Where I Send Thee" auf den Grund, entschlüsselte "O Schöne Nacht" von Brahms feinfühlig und vergegenwärtigte das facettenreiche "Loch Lomond" inbrünstig. Dynamisch flexibel wusste die Mannschaft noch weit mehr ins Feld zu führen, bevor sie den melodischen Kosmos mit dem geradezu zelebrierten Gebet "Praise His Holy Name" beendete. Zum Schluss schufen Gäste und Gastgeber in großer, harmonischer Koalition mit zwei tonschönen Kanons und dem wirkungsvollen "The Lord bless you and keep you" Glücksmomente. Dichter Klang und Beweglichkeit bildeten wiederum die Pole des insgesamt zweistündigen Geschehens, bei dem die Vorzüge des "Schaumburger Jugendchores" in Anbetracht des seltenen Besuches aus Amerika in diesem Bericht ein bisschen zu kurz gekommen sind.

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