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Potenzpillen und Schlankheitsmittel im elektronischen Postkasten / Experten geben Tipps

Mit Sicherheit durch das Internet - aber wie?

Weserbergland (pio/mafi). Wenn Gerhard Groß (Name geändert) in sein E-Mail-Postfach schaut, könnte er sich über die Fürsorge ihm eigentlich völlig unbekannter Zeitgenossen freuen: Die informieren ihn über eine Lebensversicherung im "Sonderangebot", wollen seine - eigentlich gar nicht vorhandene - Leibesfülle durch ein Schlankheits-Wundermittel reduzieren und versprechen dauerhaften Spaß durch diskret zugeschickte Potenzpillen. Doch Groß fühlt sich durch solche elektronische Post nur genervt. Unseriöse Reklamebotschaften werden mittlerweile millionenfach verschickt, obwohl dieses "Spamming" nach deutschem Recht verboten ist.

veröffentlicht am 15.02.2008 um 00:00 Uhr

Beim Computergebrauch lauert manche Gefahr. Die Schädlinge könne

Neben der Zeit, die für das Löschen der Meldungen gebraucht wird, beinhalten viele Spam-Mails auch "Viren", kleine von Menschen geschriebene Computerprogramme, die zum Verlust von Daten führen und im schlimmsten Fall das Betriebssystem des Computers lahm legen können. Kürzlich fand zum fünften Mal der "Safer Internet Day" statt, ein weltweiter Aktionstag, der für mehr Sicherheit im Internet sorgen soll. Das von der Europäischen Union veranstaltete Ereignis soll die Menschen für das Thema "Sicheres Internet" sensibilisieren. In Deutschland werden die Aktionen von der Initiative "klicksafe" koordiniert, die auf ihrer Internetseite über alle für heute geplanten Projekte und auch über den sicheren Umgang mit dem Internet im Alltag informiert. Neben unzähligen Chancen birgt das World Wide Web Gefahren, von denen der Durchschnittsbürger nicht einmal eine Ahnung hat. Deshalb bemühen sich bereits die Ersteller seriöser Internetseiten, höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten. "Das ist das A und O", sagt etwa Kathrein Bönsch, Chefin des Hamelner Unternehmens a.b. media. "Bereits beim Programmieren werden alle bekannten Sicherheitslücken geschlossen." Produktentwickler Uleg Foht ergänzt: "Wir bauen zum Beispiel Sicherheitsabfragen und andere Schutzmechanismen ein. Und wir wissen: Man lernt nie aus." Zentraler Punkt für die Anbieter sei es, keine unverschlüsselten Daten der Kunden hin- und herzuschicken. Auch Bernd Böker, Entwickler bei unserer Verlagsgruppe, schildert: "Um das Risiko gering zu halten, muss man auf die Aktualität aller Vorkehrungen achten. Wir legen zudem keine sensiblen Daten auf angreifbaren Rechnern ab." Eine ernste Angelegenheit ist auch das Passwortfischen, englisch Phishing genannt. Betrüger verschicken dabei E-Mails mit gefälschten Absendern, die einen Link, also eine Verbindung, auf eine angeblich existierende Internetseite enthalten. Klickt der Benutzer auf diesen Link wird er auf eine gefälschte Seite gelenkt und dort aus plausibel klingenden Gründen zur Eingabe vertraulicher Daten aufgefordert, die dann von den Betrügern missbraucht werden. Torsten Karsch, Diplom-Informatiker beim heimischen Online-Service SOL, rät, bei der Eingabe personenbezogener Daten auf die "abhörsichere" SSL-Verschlüsselung zu achten. Browser wie Firefox oder der Internet Explorer zeigen dies durch ein Schloss-Symbol oder eine gelb hervorgehobene Adresszeile an. Auf der anderen Seite sollten auch Betreiber eines E-Commerce-Angebots Vorsicht walten lassen. Karsch berichtet von dem Fall eines Sportversenders, bei dem versucht wurde, mit einer Kreditkarte, die auf einen US-Bürger ausgestellt war, Turnschuhe von Deutschland aus nach Ghana liefern zu lassen. Durch das Geo-IP-Verfahren, das ermittelt, in welchem Land oder in welcher Stadt der verwendete Computer angemeldet ist, flog der Betrugsversuch mit einer gestohlenen Kreditkarte auf. Ungern gesehene Gäste auf dem heimischen PC sind auch Würmer, die ähnlich funktionieren wie Viren, aber keine anderen Programme zur Verbreitung benötigen. Würmer sind oft im Anhang von E-Mails versteckt und entfalten ihre Wirkung mit deren Öffnen. Auch Würmer können das System des Computers schädigen und Dateien unbrauchbar machen. Ein weiteres Beispiel sind die trojanischen Pferde, Trojaner genannt. Wie einst die griechischen Soldaten im hölzernen Pferd verstecken sich in scheinbar nützlichen Programmen oder vertrauten E-Mails Viren und ähnliches. Die Empfänger, die die Mails oder Programme öffnen, da sie aus sicherer Quelle zu stammen scheinen, holen sich die Schädlinge damit auf den Rechner. Oft dienen Trojaner als Spionagesoftware, die, wenn sie auf den Rechner gelangt sind, Passwörter oder Zugangs- und Kreditnummern ausspähen und unbemerkt weiterleiteten. Im Internet: www.klicksafe.de, www.bsi-fuer- buerger.de. Tipps Was tun gegen Würmer, Viren und Co.? Um den heimischen PC vor den unerwünschten Besuchern aus dem Internet zu schützen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Vorsicht: Am wichtigsten ist es, genau darauf zu achten, welche Dateien man öffnet oder aus dem Netz herunterlädt, denn oft sitzen die Viren genau dort und werden mit der Datei oder E-Mail ahnungslos hereingeholt. Außerdem sollte ein Antiviren-Programm auf dem Computer installiert sein, das den Rechner vor Viren zu schützen versucht. Zur Auswahl steht unterschiedliche Software, die der Nutzer entweder kostenlos als Vollversion oder als zeitlich begrenzte Demo-Version aus dem Internet herunterladen oder im Fachhandel kaufen kann. Wichtig ist es den Anti-Viren-Schutz regelmäßig zu aktualisieren, da fast täglich neue Viren entwickelt und in Umlauf gebracht werden. Eine weitere Möglichkeit sich gegen Würmer und Co. zur Wehr zu setzten, besteht darin, eine Firewall zu installieren Diese "Brandmauern" schützen das gesamte Netzwerk des Computers und überprüfen alle Dateien, die das Netzwerk erreichen. Erfüllen die Dateien, die vom Benutzer des Computers vorgegebenen Kriterien nicht, werden sie von der Firewall gesperrt und können so keinen Schaden anrichten. Was die lästigen Spam-Mails betrifft, so bieten sich dem Internet-Nutzer auch hier Möglichkeiten, sich zu wehren. Die Absender der unerwünschten Werbebotschaften haben ein Repertoire an Tricks, um an E-Mail-Adressen zu gelangen. Oft werden die Adressen durch einfaches Ausprobieren herausgefunden, Namen aus Telefonbüchern zu möglichen Internet-Adressen ummodelliert. Hier kann es helfen, sich eine originelle Adresse zuzulegen, die nicht nur aus Vor- und Zuname besteht. Die Spammer, die Urheber der Spam-Mails, suchen auch gezielt auf Internetseiten oder in Kontaktbörsen und Namensverzeichnissen nach Adressen - ein sorgsamer Umgang mit den E-Mail-Daten ist also angebracht. Spam-Filter sind in der Lage, unerwünschte Mails auszusortieren.

Jana Kaiser weiß: Beim Internet-Surfen ist Wachsamkeit angesagt.
  • Jana Kaiser weiß: Beim Internet-Surfen ist Wachsamkeit angesagt.


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