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Präventionskontrollen nach Schießerei vor Tanz-Club / Soko "Nachtschicht" hat 20 Personen ermittelt

Mit Schuss-, Schlag- und Stichwaffen zur Disco

Klein Berkel (ube). 16 Tage nach einer Schießerei vor der Discothek "Nachtschicht" am Multimarkt in Klein Berkel hat die Sonderkommission des Zentralen Kriminaldienstes in Hameln 20 Personen ermittelt, die zu der mit Pistole und Schlagwerkzeugen bewaffneten Gruppe der Angreifer oder zum Umfeld der Tatverdächtigen gehören sollen. Zwei syrische Kurden aus Hameln (23 und 26) sitzen wegen versuchten Totschlags in Untersuchungshaft, gegen vier weitere Männer wird wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt.

veröffentlicht am 26.02.2008 um 00:00 Uhr

Nächtliche Kontrolle an der Werkstraße: Bereitschaftspolizisten

Mit Informationen hält sich die Ermittlungsgruppe zurück. "Es ist ein schwebendes Verfahren", sagt Polizeioberkommissar Jörn Schedlitzki, Sprecher der Inspektion. In Ermittlerkreisen wird dem Vernehmen nach vermutet, dass es um "Distriktstreitigkeiten" geht. Vieles deutet darauf hin, dass die Provokationen und körperlichen Auseinandersetzungen der vergangenen Wochen darauf abzielten, "die Tür der neuen Discothek zu übernehmen". Das soll heißen: Türsteher anderer Clubs könnten es darauf angelegt haben, die Konkurrenz zu vertreiben. Die Polizei ist wachsam, zeigt seit "der mit hoher krimineller Energie durchgeführten Tat" Präsenz und hat in den vergangenen zwei Wochen "verstärkt den Personen- und Fahrzeugverkehr rund um die Discothek am Multimarkt" unter die Lupe genommen. Insbesondere an der Werkstraße werden immer wieder Kontrollstellen aufgebaut - so auch in der Nacht zu heute. Die Ermittler aus Hameln, die von Beamten der Bereitschaftspolizei Hannover unterstützt werden, haben seit dem 8. Februar 390 Personen und 270 Autos überprüft - und zum Teil durchsucht. "Ziel der mobilen und stationären Kontrollen ist es, weitere Straftaten im Bereich der Disco zu verhindern, weitere Erkenntnisse für die polizeiliche Arbeit zu ermitteln und die bislang für sechs Personen erlassenen Aufenthaltsverbote durchzusetzen", sagt Schedlitzki. Dass viele Menschen versucht haben, sich dem "Dance Club" mit Stich- und Schlagwaffen zu nähern, belegen eindrucksvoll die bei Präventionskontrollen sichergestellten Gegenstände: Butterfly-, Teppich- oder Taschenmesser, eine Schreckschusswaffe, Pfeffersprays, Schlagstöcke und Baseballschläger. In vier Fällen wurden Straftaten gegen das Waffengesetz (zum Beispiel Besitz eines Butterfly-Messers oder Führen einer Schreckschusswaffe ohne den kleinen Waffenschein) aufgedeckt. Insgesamt stellten Polizisten bis Mitternacht 27 legale und illegale Waffen sicher. Bei den jüngsten Sondereinsätzen gingen den Ermittlern aber auch vier Autofahrer ins Netz, die im Verdacht stehen, unter dem Einfluss von Drogen gefahren zu sein. Ingo Berg, einer der beiden Betreiber der Disco "Nachtschicht", sagte auf Anfrage: "Wir begrüßen die Sonderkontrollen der Polizei, weil uns dieser Einsatz ein gewisses Gefühl der Sicherheit gibt." Er habe darüber schon mit einigen Gästen gesprochen - "und die finden's auch gut", sagte Berg.



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