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Erstes archäologisches Landesprojekt im Landkreis Holzminden

Mit Scanner Boden neu erfasst

Stadtoldendorf (fhm). Eigentlich ist das Verfahren ganz einfach, aber die Ergebnisse sind einzigartig. Man nimmt einen Flachbettscanner, erhöht seine Leistung, bindet ihn umgekehrt an einen Hubschrauber und fliegt in 500 Metern Höhe über die Landschaft.

veröffentlicht am 27.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 11:21 Uhr

Ein mit Lasern erstelltes Bild der Homburg.
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Anschließend erhält man Bilder vom Gelände, die von besonderer Qualität sind und unglaubliche Forschungsergebnisse zutage bringen. Zwischen November und März ist ein solcher Hubschrauber über der Region zwischen Everstein, Amelungsborn, Homburg, Solling und Vogler geflogen. Und die Ergebnisse sind spektakulär, wie Stadtoldendorfs Bürgermeister Helmut Affelt festhielt.

Im Alten Rathaus wurden gestern die Ergebnisse der Untersuchungen präsentiert, die per „Airborne Laserscanning“ gemacht wurde. Projektleiter Dr. Hans-Wilhelm Heine vom Landesamt für Denkmalpflege freute sich über Bildmaterial, das landesweit einzigartig ist. Eine Fläche von 67 Quadratkilometern wurde in den vergangenen Monaten untersucht.

Mit der Laserabtastung des Bodens wurden gleichzeitig Fotos gemacht, die mit den Lasermessungen zu Modellbildern der Erdoberfläche kombiniert werden. „Die Computer rechnen die Bäume und Sträucher weg, sodass jeweils das nackte Profil des Bodens zu erkennen ist“, erklärte Heine vor 30 interessierten Mitgliedern der archäologischen Arbeitsgruppen im Landkreis Holzminden und Pressevertretern.

Schwerpunkte der Untersuchungen sind der Große und Kleine Everstein, die Hünenburg bei Golmbach, Amelungsborn, die Homburg und die Burganlagen bei Dassel und Nienover. „Schon nach wenigen Tagen der Bilderauswertung sind erste Ergebnisse greifbar“, freute sich Dr. Heine. So wurde beim Großen Everstein eine zusätzliche Burgmauer erkannt, die Ausmaße der Siedlung unterhalb des Eversteins genau festgelegt und die Siedlungsstrukturen mit Wegesystemen an der Homburg erkannt.

Landrat Walter Waske nannte das Projekt einmalig, das gerade im waldreichen Landkreis Holzminden sinnvoll sei. 2008 hatte das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur Gelder für das Forschungsprojekt „Archäologisch-historische Erfassung mittelalterlicher Kulturlandschaftselemente über Airborne Laserscanning“ bewilligt. Ziele sind die Erstellung präziser Geländemodelle und die Entdeckung von Grundlagen der Burgen- und Kulturlandschaft als touristisches Zukunftspotenzial.



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