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Rintelner Unternehmen Stüken gibt Chronik zum 75-jährigen Bestehen heraus / Heute Festakt

Mit Rädern für Spielzeugautos fing alles an

Rinteln (crs). Mit Rädern für Spielzeugautos fing 1931 alles an. Dass sich seine kleine Firma eines Tages zu einem weltweit operierenden Unternehmen mit 750 Mitarbeitern entwickeln würde, hätte sich Hubert Stüken damals wohl kaum träumen lassen. Heute feiert der Rintelner Zulieferer für präzise Metallteile sein 75-jähriges Bestehen mit einem Festakt. Erwartet wird unter anderem Martin Kannegiesser als Präsident des Arbeitgeberverbandes "Gesamtmetall". Einen Einblick in die Firmengeschichte gibt die Chronik zum Jubiläum.

veröffentlicht am 19.05.2006 um 00:00 Uhr

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Auch wenn die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise 1931 noch spürbar sind: In Wuppertal glaubt ein junger Mann fest an sich und seine Zukunft. Er ist 31 Jahre alt, glücklich verheiratet und stolzer Vater zweier kleiner Töchter. Sein Beruf: Maschinenbauer. Seine Idee: Automaten zur Montage von Knöpfen und Rädern für Spielzeugautos zu entwickeln. Hubert Stüken wagt den Schritt in die Selbstständigkeit und legt damit den Grundstein für ein Familienunternehmen, das heute zum Kreis der international führenden Zulieferer für Präzisions-Tiefziehteile aus Metall zählt. Das junge Unternehmen wächst rasch: Schon 1934 unternimmt Hubert Stüken erste Geschäftsreisen ins Ausland. Mit Erfolg: Bald werden Maschinen nach Dänemark geliefert, 1936 nach Riga, 1937 nach England. 1944 eröffnet Stüken ein Zweigwerk in Rinteln: In einer ehemaligen Margarinefabrik werden hier vorwiegend Produkte für den täglichen Bedarf gefertigt, Teesiebe, Muskatreiben, Kaffeelote. 1948 verstärkt Wilhelm Schwarz, der Schwiegersohn Hubert Stükens, das 15 Mitarbeiter zählende Unternehmen. Zwei Jahre später hat Stüken 24 Mitarbeiter; 1950 wird der Hauptsitz nach Rinteln verlegt. In den 50er Jahren setzt die Stüken-Führung auf eine neue Technologie: Das Tiefziehen. Alle zur Fertigung notwendigen Maschinen werden im Unternehmen selbst entwickelt. Verheerende Folgen hat ein Großbrand im Februar 1956: Weite Teile der Stüken-Produktionshalle werden zerstört. Trotzdem wächst das Unternehmen weiter: 1958wird der 100. Mitarbeiter eingestellt, der Jahresumsatz liegt erstmals über 1 Million Mark. Mitte der 60er Jahre werden die Fabrikationshallen an der Ritterstraße zu klein. Das erweiterte Unternehmen siedelt sich am heutigen Standort im Industriegebiet Nord an - heute ist das Gelände an der Alten Todenmanner Straße vollständig bebaut. 1966 stirbt Hubert Stüken im Alter von 66 Jahren. 1968 ergänzt Eberhard Kirsch als kaufmännischer Geschäftsführerdas Führungsteam, 1979 tritt Dr. Jürgen Petzold als Prokurist und späterer technischer Geschäftsführer ein, 1994 Dr. Hubert Schmidt als zusätzlicher Geschäftsführer und schließlich 2006 Uwe Rapp als technischer Geschäftsführer. Über die Jahrzehnte hat sich Stüken zum weltweit gefragten Lieferanten innovativer Produkt für anspruchsvolle Ziehtechnik entwickelt. 1997 wird das erste Auslandswerk in den USA veröffentlicht, im Jahr 2005 folgen Tochterunternehmen in China und Tschechien. Doch Stammsitz bleibt Rinteln.

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