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Thüringer Philharmonie und Gesangssolisten sorgen für fulminante Opern-Gala

Mit Puccini kommt die Leidenschaft

Bückeburg (dis). Welch berückende emotionale Kraft Giacomo Puccinis Musik entfalten kann, haben die Thüringen Philharmonie Gotha-Suhl, der Tenor Guillermo Dominguez und die eingesprungene Sopranistin Raissa Tscheptscherenko im Rathaussaal bei einer fulminanten Gala am Sonnabendabend vorgeführt.

veröffentlicht am 01.12.2008 um 00:00 Uhr

Der vom Kulturverein initiierte Opernabend unter dem Motto "Und ewig blitzen die Sterne" erfolgte zum 150. Geburtstag des italienischen Komponisten und stellte für die nicht ganz so zahlreich gekommenen Zuhörer eine außergewöhnliche Begegnung dar. Einleitend führte Dirigent Hermann Breuer sein spielfreudiges Orchester plastisch durch das facettenreiche "Preludio Sinfonico". Dann kamen die Solisten auf die Bühne und gaben sich im Duett "Mario, Mario" stimmlich schillernd. Die Arie der Tosca, "Vissi d´Arte", beschwor die Sängerin so leidenschaftlich, dass man ahnte: Diese Tosca muss verzweifelt sein. Ihr Partner indes fächerte die titelgebenden "blitzenden Sternen" mit tenoralem Schmelz auf und beendete damit das Tosca-Gefilde, um sich voller Inbrunst dem Hinschmelz-Part "Wie eiskalt ist dein Händchen" zuzuwenden. An Ausdrucksstärke fehlte es später der Sopranistin beim anrührenden "Si, mi chiamano Mimi" zu keiner Sekunde. Mit glutvollen und satt timbrierten Organen widmeten sich die Meister des italienischen Fachs zum Halbfinale noch dem Schlussduett des 1. Bohéme- Aktes und erhielten wiederum alle Chancen, sich zu profilieren. Denn Breuer und dessen reaktionssicheres Ensemble umrahmten die Melodramen zwar vieldeutig, doch immer den Vokalisten angepasst. Dieses Ziel verfolgten die Gotha-Suhler nach der Pause intensiv weiter, allerdings nicht, bevor sie die Klangbereiche des "Intermezzo" mitreißend ausgekostet hatten. Wie bereits im ersten Teil moderierte Rainer Zagovec das bunte Geschehen auf der Bühne. Ausführlich, aber durchaus mit Witz, erläuterte er das Gebotene informativ. Nuancenreich und mit der nötigen Durchschlagskraft für die dramatischen Spitzen zogen die Sanges-Künstler ihr Publikum jetzt mit Weisen aus "Manon Lescaut", "Turandot" und "Madame Butterfly" in Bann. Die Juwel-Arien der Partner wie etwa "Signore ascolta","Un bel di vedremo" oder "Addio fiorito asil" gelangen wohlgeformt und mit dramatischer Emphase. Das in Gestaltung und Ton ergreifende Schluss- Duett "Bimba dagl´occhi" und die glutvolle Instrumentalbegleitung brachte die Gefühle zum Kochen. Puccini liefert eben Lebens pralles Theater, wie es solch eine Gala braucht. Das Finale bildeten stehende Ovationen und ausgiebiger Beifall. Dafür gab es zwei Extrabeiträge, einer davon war die Wiederholung der Bravour-Tenor-Arie "Nessun dorma".



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