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Kirchenkreistag beschäftigte sich bei Herbstsitzung mit dem Thema „Wachsen gegen den Trend“

Mit Produktanalyse gegen Gemeindeschwund

Hameln-Pyrmont (joa). Wie können unsere Gemeinden gegen den Trend wieder wachsen? Diese Frage stellte sich am Mittwoch nicht nur die niedersächsische Landesbischhöfin Margot Käßmann nach ihrer Wahl zur EKD-Chefin in Ulm. Auch Hameln-Pyrmonts Kirchenkreistag stellte sich am Mittwochabend bei seiner Sitzung diese Frage: Wie können die Gemeinden des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont dem demografisch bedingten Schrumpfen der Bevölkerung zum Trotz belebt werden? Wie können Menschen der Kirche wieder näher gebracht werden?

veröffentlicht am 29.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

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Mit mehr Qualität in der Gemeindearbeit sollen auch die Kirchen bei den Gottesdiensten wieder besser gefüllt werden.

Foto: Dana

Justus Conring, Stellvertreter des Superintendenten und Pastor der St.-Johannes-Gemeinde in Holzhausen, gab eine Antwort: Wie längst bei Firmen, Schulen und Behörden üblich, versucht man in seiner Gemeinde über das Instrument des Qualitäts- und Produktanalyse eine Lösung für den Komplex „Kirchenmüdigkeit und -austritte“ zu finden. Dabei läßt sich die Johannes-Gemeinde – übrigens bislang einzige Gemeinde im Kirchenkreis – vom „Institut für natürliche Gemeindeentwicklung“ in Frankfurt beraten.

Dessen Leiter, der Theologe Christian A. Schwarz, hat, fußend auf einem weltweiten Forschungsprojekt, bei dem rund 1000 Gemeinden befragt wurden, einen Fragenkatalog entwickelt. Mit dem werden in den zu untersuchenden Gemeinden 30 Probanden, die Bindung zur Gemeinde haben, konfrontiert. Anhand der Antwortbögen wird dann vom Frankfurter Institut eine Stärken-Schwäschen-Analyse für die jeweilige Gemeinde erstellt.

Justus Conring
  • Justus Conring

Dabei orientieren sich die Theologie-Wissenschaftler an acht Kriterien als Hinweise auf Qualität und Zufriedenheit in der Gemeinde, was wiederum Bindung und mögliche Wachstumspotenziale aufzeigt. Hierzu gehört beispielsweise eine motivierende Leitung, Strukturen, die Eigendynamik in Gemeindegruppen fördern, oder auch ein inspirierender Gottesdienst, der nicht zur Pflichtübung erstarrt.

Anhand dieser Analyse wird derzeit in der Holzhäuser Gemeinde an den Schwächen gearbeitet.Ein weiterer Analysedurchgang soll dann über Optimierungserfolge in der Gemeinde Auskunft geben.

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