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Willi Thomczyk ist Hauptdarsteller eines in Bückeburg gedrehten Kurzfilms zur bevorstehenden EM

Mit praller Ruhrpott-Schnauze auf TV-Suche

Bückeburg. Noch keine zwei Jahre ist es her, dass Bückeburg Kulisse für eine Filmproduktion war: Im Sommer 2006 stand hier Charakterdarsteller Ralph Herforth vor der Kamera von Jungfilmer Ruben Silberling für den Kinostreifen "Lamento". Jetzt hat der 1980 in Gießen geborene und in Porta Westfalica zur Schule gegangene Ruben Silberling die historische Residenzstadt erneut als Hintergrund eingefangen, dieses mal für einen Kurzfilm: "Stell dir vor, es ist Endspiel und dein Fernseher ist kaputt" lautet der Titel des Projekts, das als Sketch im Sommer das Rahmenprogramm der TV-Übertragungen der Fußball-Europameisterschaft bereichern soll.

veröffentlicht am 26.03.2008 um 00:00 Uhr

"Stell dir vor, es ist Endspiel und dein Fernseher ist kaputt":

Autor:

Johannes Pietsch

Regie bei "Stell dir vor..." führt der 1980 in Rinteln geborene Carsten Vauth. Kennengelernt haben sich Produzent Silberling und Regisseur Vauth auf der Schule in Porta Westfalica. Gemeinsam hoben sie inzwischen die Produktionsfirma Bigbearfilm aus der Taufe. In diesem Rahmen wollen sie eigene und externe Stoffe für Kino- undFernsehfilme sowie Serien umsetzen. Zugleich betrachten sich die beiden Bigbearfilm-Geschäftsführer als Kopf eines kreativen Netzwerkes, welches ambitionierten jungen Medienschaffenden eine Plattform geben kann. Prominenter Ideengeber und Hauptdarsteller ihres aktuellen Kurzfilmprojektes ist Willi Thomczyk. Der aus Wanne-Eickel stammende Schauspieler ist einem breiten Publikum vor allem durch seine Auftritte in den Kinofilmen "Was nicht passt, wird passend gemacht", "Bang Boom Bang", "Ballermann 6", "Der Eisbär" und "Knockin on Heavens Door" sowie der TV-Comedy-Serie "Die Camper" bekannt. Sein Gesicht und seine unverwechselbare Ruhrpott-Schnauze kennt man aber auch aus einer populären Bratwurstwerbung, 2005 wurde er wegen sexueller Nötigung verurteilt. In "Stell dir vor, es ist Endspiel und dein Fernseher ist kaputt" spielt Willi Thomczyk - wie eigentlich immer - sich selbst, einen echten Ruhrpott-Jungen und Typen aus dem prallen Leben, dem gemäß des Titels das Schlimmste passiert, was man sich als Fußballfan vorstellen kann: Just als bei der Europameisterschaft das Endspiel (natürlich mit deutscher Beteiligung!) angepfiffen wird, implodiert in den heimischen vier Wänden des Wohnzimmers der Fernseher. Verzweifelt macht sich Willi, die schwarz-rot-goldene Fahne geschultert, auf die Suche nach einer Alternative zur implodierten Mattscheibe. Der erste Teil, optisch normal bebildert, spielt in Willis Wohnung. Im zweiten,überwiegend mit Handkamera gefilmt, mit Ragtime-Musik unterlegt und viel Slapstick-Charakter ausgestattet, hetzt Hauptdarsteller Thomczyk auf seiner Suche durch die Stadt. Im dritten Teil, in knalligen Farben gehalten und mit pompösem Soundtrack, mündet Willis Odyssee in einem Fußballstadion. Zu den Partnern von Bigbearfilm gehören unter anderem die Filmtheaterbetriebe Rubba, die wie schon bei "Lamento" für die Dreharbeiten die Räumlichkeiten des ehemaligen Kino-Cafés über dem "Kochlöffel" zur Verfügung stellten. Und nicht nur das: Für einen spektakulären nächtlichen Dreh wurde sogar der komplette Eingangsbereich des Residenz Kinocenters zur Schaufensterauslage eines Elektrofachgeschäftes umgebaut. Spektakulär deshalb, weil das Geschäft just in dem Moment, als Willi in den dort ausgestellten Fernsehern das Endspiel verfolgen will, überfallen und ausgeplündert wird. Und auf einmal hat Willi ganz neue Probleme... Gedreht wurde außerdem in Bückeburgs Traditionsgaststätte "Zur Falle", die sich für einige Stunden in eine waschechte Fußballkneipe verwandelte. Willis Flucht nach dem Überfall auf das Elektrofachgeschäft fingen die Bigbearfilmer dann am Marktplatz ein, wo sich Hauptdarsteller Thomczyk - umwabert von Kunstnebel - hinter ein schmiedeeisernes Gitter flüchtet. Weitere Dreharbeiten finden Ende März und Anfang April in Dortmund und Herne statt. Im Sommer dann, so hoffen Carsten Vauth und Ruben Silberling, wird der Sketch im Rahmen der Fußball-EM auf diversen Kinoleinwänden und im Fernseher zu sehen sein. Der dann natürlich nicht implodiert...



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