weather-image
25°

Mit „Lucas 2“ lassen sich Leben retten

Holzminden (bs). „Lucas 2“ kann, was selbst einen ausgebildeter und versierter Helfer schnell erschöpft: Notfalls stundenlang und mit gleichbleibendem Druck das Herz massieren, einem Menschen, der einen Herzinfarkt erlitten hat, damit das Leben retten. Jetzt fährt „Lucas 2“ auch im Kreis Holzminden im Notarztwagen mit.
 Der „zuverlässige Arbeitssoldat, der nicht ermüdet“, so der Kardiologe Dr. Patric von Löwis of Menar, ist der neue im Rettungssanitäter- und Ärzteteam. Entdeckt hat ihn Dieter Gerke, gestiftet hat ihn Stiebel Eltron. Aber eigentlich fehlen noch zwei Geräte, um den ganzen Landkreis abdecken zu können.

veröffentlicht am 26.10.2009 um 19:14 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:41 Uhr

Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Holzminden (bs). „Lucas 2“ kann, was selbst einen ausgebildeter und versierter Helfer schnell erschöpft: Notfalls stundenlang und mit gleichbleibendem Druck das Herz massieren, einem Menschen, der einen Herzinfarkt erlitten hat, damit das Leben retten. Jetzt fährt „Lucas 2“ auch im Kreis Holzminden im Notarztwagen mit.
 Der „zuverlässige Arbeitssoldat, der nicht ermüdet“, so der Kardiologe Dr. Patric von Löwis of Menar, ist der neue im Rettungssanitäter- und Ärzteteam. Entdeckt hat ihn Dieter Gerke, gestiftet hat ihn Stiebel Eltron. Aber eigentlich fehlen noch zwei Geräte, um den ganzen Landkreis abdecken zu können.
 Dieter Gerke, Rettungswachenleiter in Holzminden, hatte die Idee, die Fahrzeuge des Rettungsdienstes des Landkreises mit „Lucas 2“ auszustatten. „Wir waren ganz begeistert“, berichtet die Chefärztin der Kardiologie am Evangelischen Krankenhaus, Dr. Sabine-Susan Schulz. In Stiebel Eltron fanden die Retter einen Partner, der nur zu gern bereit war, das Gerät zu sponsern.
 „Lucas 2“ kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Retter zu einem Herzinfarkt gerufen werden. Treten lebensbedrohende Herzrhythmusstörungen auf – das sogenannte Kammerflimmern – muss reanimiert werden. Die Herzmassage, die jeder Führerscheinneuling lernt, ist aber anstrengend, auch für die gestandenen Mitarbeiter im Rettungsdienst.
 „Wir haben schon mehr als eine Stunde reanimieren müssen“, erinnert sich Dieter Gerke an so manchen dramatischen Einsatz. Nur: Wird das Herz massiert, ist ein Transport ausgeschlossen. Auf der Trage, im Treppenhaus, ist es für einen Helfer unmöglich, das Herz weiter zu stimulieren.
 „Lucas 2“ aber kann das. Passgenau angelegt übernimmt er die lebensrettende Arbeit noch in der Wohnung und hält auch auf der Trage nicht inne. Im Rettungswagen hat der Sanitäter so die Hände frei, um weitere Hilfsmaßnahmen einzuleiten. Und im Krankenhaus, während der Herzkatheteruntersuchung, pumpt „Lucas 2“ unverdrossen weiter – die Helfer brauchen sich zudem nicht mehr den Röntgenstrahlen auszusetzen.
 100 mal pro Minute stimuliert das Gerät, batterie- oder netzbetrieben, den Herzmuskel, legt Pausen für die Atemspende ein. Sehr viel intensiver, gleichzeitig aber auch sehr viel schonender ist die Herzdruckmassage des Gerätes: Es baut Drücke auf, die doppelt so hoch sind. Damit werden insbesondere das Gehirn und der Herzmuskel besser durchblutet. In einem der beiden Notarztwagen, die im Kreis Holzminden unterwegs sind, fährt „Lucas 2“, von der Firma Physio-Control entwickelt, jetzt mit.
 „Wünschenswert wäre ein Gerät in jedem der beiden Notarztwagen“, so Dr. von Löwis und schließlich ein Drittes für die notwendige Reserve, wenn ein Patient mithilfe von „Lucas 2“ gerade im Linksherzkatheter untersucht wird. „Wir möchten so schnell wir möglich eine ununterbrochene Kette einrichten“, erklärt die Kardiologin Dr. Sabine-Susan Schulz.
 Weil „Lucas 2“ auf dem Markt aber noch so neu ist und in der vorhandenen Ausstattung für die Rettungsfahrzeuge noch nicht aufgenommen wurde, kann der Landkreis Holzminden die Beschaffung nicht über die Kostenträger abrechnen, so Thorsten Oberg, Leiter Rettungsdienst des Landkreises Holzminden.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare