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Tänze und viel Klönschnack: Internationales Trachtentreffen auf dem Hof Eggelmann

Mit Holzschuhen und mit Krachledernen...

Gelldorf (sig). Tanz und Musik wurden zur Basis vieler Freundschaften. Sie sind Völker verbindend und lassen Grenzen vergessen. Bei der Feier zum 35-jährigen Bestehen der Trachtengruppe Gelldorf-Obernkirchen zeigte sich zudem, dass die Pflege regionaler Trachten und heimischen Brauchtums ein zusätzliches Bindeglied ist. Es beeindruckte, was die verschiedenen in Gelldorf vertretenen Landschaften auf diesem Feld zu bieten hatten. Die Vielfalt, die von den Vorfahren entwickelt wurde und erfreulicherweise erhalten blieb, lässt immer wieder erstaunen.

veröffentlicht am 13.06.2007 um 00:00 Uhr

Welche Dame hat nun den Vortritt? Die Männer in den "Krachledern

Auch Ortsbürgermeister Andreas Hofmann faszinierte das bunte Trachtengemisch auf dem Hof der Familie Eggelmann, das sich nach dem Marsch von der Schulwiese eingefunden hatte. Er freute sich darüber, dass diese Form des Kulturaustausches zwischen Niedersachsen, Bayern, Osthessen und dem holländischen Grenzland beibehalten wird. Ein besonderes Lob sprach er der von Michael Horstmeier geleiteten heimischen Trachtengruppe aus, die durch solche Begegnungen, durch die alljährliche Teilnahme am "Tag der Niedersachsen" und durch eine vorbildliche Jugendarbeit von sich reden macht. Auf diese Weise trägt sie auch den Ruf ihres Heimatortes weit in die Lande hinaus. Bereits im Jahre 1975 war es zu ersten Begegnung mit der Gruppe aus Gersfeld gekommen. Erich Fischer, der Vater von Hannelore Eggelmann, gehörte einst den Trachtentänzern aus der Rhön an. Er sorgte dafür, dass diese Verbindung zustande kam und seine Tochter zusammen mit Heinrich Eggelmann und drei weiteren Gelldorfer Paaren sowie einem Akkordeonspieler den Kontakt aufnahm und ausbaute. Seine Tochter leitete damals die heimische Trachtengruppe. In Gersfeld lernte man dann auch die im Grenzbereich von Hessen und Bayern angesiedelte Trachtengruppe "Adler" aus Mainaschaff (bei Aschaffenburg) und die Musikgruppe "Deifslaerm" kennen, die erfreulicherweise alles andere als "Teufelslärm" fabriziert. Mit ihren Krachledernen und den Schuhplattler-Tänzen sorgten die Mainaschaffer für bayerisches Flair im Schaumburger Land. "Unser Freundeskreis ist jetzt sogar international geworden", berichtete Hannelore Eggelmann, Vor drei Wochen waren die Gelldorfer nach Holland zum Mühlenfest bei den "Mölndansers" aus Denekamp eingeladen. "Die müssen uns per Internet herausgefunden haben, und wir haben dort sofort eine Gegeneinladung ausgesprochen", ergänzte Hannelore Eggelmann ihre Ausführungen. Natürlich traten die holländischen Gäste mit ihren nicht zu überhörenden Holzschuhen zum Tanz an. Die gestickten weißen Häubchen bildeten einen wirkungsvollen Kontrast zur sonst recht dunklen, maritim wirkenden Tracht. Bei der Trachtengruppe im bayerischen Look fiel eine kleine Parallele zur Bückeburger Tracht auf. Die "Adler" verrieten uns: Je heller die Farbe der Schürze ist, dessen jünger sei die Trägerin. Bei der heimischen Tracht gilt das eher für das Abschlussband am Rock. Die älteren Frauen bevorzugten die gedeckten dunkleren Farben, die jüngeren die hellen und kräftigeren Töne. Welche Merkmale eine Tracht auch immer haben mag - sie erfreut die Augen der Zuschauer und nährt die Hoffnung, dass dieses Brauchtum auch noch von kommenden Generationen gepflegt wird. Darum bemühen sich unter anderen die Trachtengruppen aus dem Auetal, aus Apelern, aus Strücken und aus dem benachbarten Dankersen, die ebenfalls nach Gelldorf gekommen waren..

Männer der "ersten Stunde": Wilfried Meier (l.) (Gelldorf) und M
  • Männer der "ersten Stunde": Wilfried Meier (l.) (Gelldorf) und Michael Schneider, der die Trachtengruppe aus der Rhön 20 Jahre geleitet hat.
Ein bisschen Ruhe im Umzugs- und Tanztrubel ist nie verkehrt: Zw
  • Ein bisschen Ruhe im Umzugs- und Tanztrubel ist nie verkehrt: Zwei holländische Maikens sind ins Gespräch vertieft. Fotos: sig


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