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Bürgermeisterin Ursula Sapia wird in den Ruhestand verabschiedet / Thomas Priemer ab heute im Amt

"Mit Herz, Verstand, Zielstrebigkeit, Ausdauer"

Rehren (la). "Ich liebe Verabschiedungsfeiern nicht so richtig. Abschied klingt so endgültig", hat Ursula Sapia gestern Vormittag im Spiegelsaal der Alten Molkerei bekannt. "Und ein richtiger Abschied ist es ja nicht - ich wechsle nur die Seite und werde noch fünf Jahre im Rat vertreten sein." Ein Abschied aus dem Amt aber war es: Zu ihrem letzten Tag als Auetals Bürgermeisterin hatte Ursula Sapia ihre Wegbegleiter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden eingeladen.

veröffentlicht am 01.11.2006 um 00:00 Uhr

Herzliche Abschiedsworte von einem langjährigen Wegbegleiter: La

"Ich bin gerne Bürgermeisterin für das Auetal gewesen und habe meine Person für diese Aufgabe mit eingebracht, sie mit Menschlichkeit verflochten und das Wohl der Allgemeinheit in den Vordergrund gestellt", blickte Sapia auf sieben Jahre ehrenamtlicher Bürgermeistertätigkeit und zwei Amtsperioden als hauptamtliche Bürgermeisterin zurück. "Ich kann sagen, dass wir gemeinsam für die Auetaler Bürgerinnen und Bürger viel erreicht haben." Dafür dankte Sapia den Anwesenden persönlich. Dem Landkreis, in Person von Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier, für die Unterstützung und vor allem für schnelle Entscheidungen, die das Industriegebiet in Rehren, die Ortskernentwicklung mit Bauhof und Feuerwehr, die Dorferneuerung in vielen Ortsteilen und viele andere kleine Programme vorangebracht haben. "Wir, das heißt die Verwaltung und der Rat, fühlten uns als Partner des Landkreises und nicht als Bittsteller." Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und Hessisch Oldendorfs Stadtdirektor Wilhelm Kuhlmann dankte Sapia für die gute und kooperative Zusammenarbeit, ebenso wie Sigmund Graf Adelmann von der Schaumburger Landschaft, den Vertretern der Sparkasse Schaumburg und der Volksbank in Schaumburg, der Polizei,dem DRK, der Feuerwehr, die ihr immer besonders am Herzen lag, dem ehemaligen Schulleiter Jörg Landmann und dem derzeitigen Carl Gundlach, den Ratsmitgliedern und allen anderen, mit denen sie in ihrer insgesamt 17-jährigen Amtszeit zusammengearbeitet hat. "Sie alle haben mir geholfen, dass sich die Gemeinde Auetal positiv entwickeln konnte." "Es ist mehr als ein Seitenwechsel, wenn Ursula Sapia heute als Bürgermeisterin verabschiedet wird", sagte Landrat Schöttelndreier und lobte Sapia, die "mit Herz, Verstand, Zielstrebigkeit und Ausdauer ,regiert'" habe. Schöttelndreier blickte auf die politische Karriere Sapias zurück: "Ursula Sapia ging immer voran, war eine der ersten Frauen, die sich im Kreistag zu Wort meldeten. Sie war eine der ersten Frauen, die ein ehrenamtliches Bürgermeisteramt übernahmen, und eine der wenigen Frauen, die dann den Weg konsequent weitergingen zur hauptamtlichen Bürgermeisterin. Überall stellte sie die Weichen, war kompetent im Thema, verstand etwas von ihremGeschäft und war weit mehr als reine Repräsentantin." Ihr Herzensanliegen sei es gewesen, immer für die Gemeinde da zu sein. Sie habe viele Themen bewegt, Entwicklungen initiiert, Probleme gelöst und dennoch stets ein offenes Ohr für die Bürger gehabt. "Ursula Sapia verabschiedet sich heute nicht, um Schluss zu machen mit ihrem Engagement für ihr Auetal", betonte ihr Nachfolger im Amt, Thomas Priemer. Sie beende lediglich eine zehnjährige Dienstzeit als Hauptverantwortliche für die Geschicke der Gemeinde Auetal und als eine der wenigen weiblichen Bürgermeisterinnen in Niedersachsen. "Über lange Zeit hatte sie dabei das Vertrauender Bevölkerung inne und sie wird es noch weiter inne haben." Ihr Engagement für die Bürger habe nichts oder nur wenig mit Besoldung, Aufwandsentschädigung oder Sitzungsgeld zu tun gehabt, sondern - wie sie immer schön zu sagen pflege - "es liegt mir am Herzen". Diese Herzlichkeit und ihr Talent, die Sprache des Volkes zu sprechen, hätten sie so beliebt gemacht. In vielen Sachfragen habe Einigkeit geherrscht, stellte Priemer fest: "90 Prozent aller Rats- und VA-Beschlüsse wurden einstimmig gefasst, was als ein Zeichen für eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltunggesehen werden darf." "Frauen haben ihren eigenen Kopf, Bürgermeisterinnen nicht", stellte Ratsherr Helmut Meier fest. Bei den Beratungen und Beschlüssen habe immer die Sache und nicht die Politik im Vordergrund gestanden. "Wenn wir Männer auch nicht immer mit Dir einer Meinung waren, hast Du es meistens geschafft, die Dinge so zu gestalten, dass am Ende fast immer die Probleme zum Wohle unserer Auetaler Bürger gelöst wurden", so Meier. Ursula Sapia war ab 1978 Ortsvorsteherin in Rehren, ab 1981 Auetaler Ratsfrau, von 1986 bis 1996 Mitglied im Kreistag, von 1989 bis 1996 ehrenamtliche Bürgermeisterin und ab Herbst 1996 hauptamtliche Bürgermeisterin im Auetal. In ihrem Ruhestand wird sie sich als Ratsfrau für die Gemeinde Auetal einsetzen und als Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Auetal engagieren. Außerdem will sie sich jetzt mehr Zeit für die Familie und vor allem für die drei Enkelkinder nehmen. "Wir können jetzt jederzeit zum Schwimmen gehen, Drachen steigen lassen, spielen oder spazieren gehen", freut sich Ursula Sapia auf ihr "Rentnerinnen-Dasein".

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