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IMAS-Abschlusskonzert: Musiknachwuchs findet im Festsaal des Schlosses viele Zuhörer

Mit Geige, Klavier und Stimme brilliert

Bückeburg. Fast kein Stuhl im mit herrlichen Blumenbouquets geschmückten Festsaal des Schlosses ist am Sonnabend leer geblieben. Das Jubiläumskonzert zur 30. Arbeitsphase der Internationalen Musikakademie für Solisten (IMAS) in den Fächern Klavier, Violine und Gesang wollten viele Musikfreunde nicht verpassen.

veröffentlicht am 15.09.2008 um 00:00 Uhr

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Autor:

Dietlind Beinßen

Nach den Begrüßungsworten des Vorstandsvorsitzenden Dr. Herbert Groeger zeigten in bunter Reihenfolge zwölf Kursteilnehmer, was sie mit ihren Dozenten Professor Karl-Heinz Kämmerling (Klavier), Professorin Dunja Vejzovic (Gesang) und Professorin Ana Chumachenco (Geige) sowie den Korrepetitorinnen Kasia Wieczorek und Erika Le-Roux erarbeitet hatten. Als Nachwuchs, der staunenswert mit den weißen und schwarzen Tasten umzugehen wusste, stellte sich wie immer Kämmerlings Pianistengarde vor. Schöne Momente gelangen dem jungen Aaron Pilsan gleich zum Start im pointiert und flüssig dargebotenen "Rondo capriccioso" von Mendelssohn-Bartholdy. Auch die etwas ältere Keiko Hattori spürte dem ersten Satz der Schubertschen "G-Dur-Sonate" geschickt nach. Angenehm ausgependelt zwischen extensiven und zarten Stellen widmete sich Shin-Heae Kang später Liszts "Spanischer Rhapsodie", und Kollegin Katja Huhn jonglierte in Liszts "Rigoletto Paraphrase" erfolgreich mit den Raffinessen und Herausforderungen. Dank besonderer Stücke und Könnerschaft ließen zudem die Streicher aufhorchen. Voran Verena Chen, die mit "Obsession" und "Les Furies" aus Ysayes "Sonate Nr. 2" durch leidenschaftliche Tongebung für viel Zustimmung sorgte. Von Kasia Wieczorek einfühlsam am Flügel unterstützt, besaßen aber darüber hinaus Ania Filochowska und Ye-Eun Choi das Zeug für beachtenswerte Mozart- und Schubert-Darstellungen. Nicht minder engagiert formte Esther Yoo das voller Tücken steckende Allegro moderato aus dem kniffligen Opus 47 von Sibelius aus. Um es auf einen Nenner zu bringen: Das jugendfrische Team gefiel durch geigerische Noblesse und hingebungsvolle Gestaltung rundum. Ihren modulationsfähigen Mezzosopran wusste zwischendurch Syheng Yi ins rechte Licht zu rücken. Sie belebte das Geschehen - in emotionaler Übereinstimmung mit Erika Le-Roux am Klavier - durch die Darbietungen von Charpentier (Arie der Louise) und Liszt ("Quand je dors"). Was die Vokalisten betrifft, profilierten sich da außerdem Sopranistin Pinelopi Argyropoulou, Bariton Dionysios Tsauoudisis und Tenor Ilja Werger, deren Stimmen angenehm auffielen, aber weiterhin aufbaufähig sind. Mit Stilgefühl vorgetragen, hörte das applausfreudige Auditorium unter anderem Mozarts "Arie der Zerlina", Mendelssohns heikles "Frühlingslied", Schuberts dramatischen "Erlenkönig" und sogar den Reißer "La danza". Selbst nach über dreistündiger Aufführung sparte das Publikum nicht mit langem Beifall für den musikalischen Nachwuchs.

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