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Baumärkte bestehen in der Rezession besser als erwartet / Gespart wird bei Hochpreisigem

Mit Farbe und Tapeten durch die Krise

Hameln (wul). Anfang des Jahres war die Baumarktwelt alles andere als in Ordnung. Das erste Quartal hatte zwischen Steinen und Tapeten Schlimmes befürchten lassen, Praktiker hat Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, und wohl kaum jemand hat ernsthaft mit Zuwächsen gerechnet. Doch die Lage hat sich offenbar verbessert. Vor allem die von Franchisenehmern geführten Hagebaumärkte – 293 sind es in Deutschland – frohlocken und verkünden die höchsten Umsatzzuwächse seit Bestehen des ersten Marktes. In Hameln spricht der Marktleiter an der Werftstraße sogar von zweistelligen Steigerungen – den renovierfreudigen Kunden sei Dank.

veröffentlicht am 15.10.2009 um 09:48 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

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„In diesen Sommerferien war bei uns viel mehr los als in den vergangenen Jahren“, sagt Friedhelm Pulskamp, der vorgestern zu diesem Thema auch vor den Kameras des Fernsehsenders N3 Rede und Antwort stand. Viele Kunden hätten es sich zu Hause schöner gemacht, anstatt in den Urlaub zu fahren und hätten in Tapeten, Farbe oder auch in die Isolierung ihrer Häuser investiert, so Pulskamp. Bei einigen Warengruppen wurden sogar 20 Prozent Mehrumsatz erzielt. Prokurist Hartmut Baumgart vermutet, dass die Krise sogar ihren Teil dazu beigetragen habe: „Einige, die in Kurzarbeit sind, haben jetzt vielleicht auch einfach die Zeit, zu renovieren.“ Hinzu komme, dass die Preise in der Branche derzeit stabil seien, so Baumgart. Während die Renovierungsbedürftigkeit der alten Bausubstanz und somit der Bedarf an Material für den Innenausbau steigt, ist die Nachfrage nach den klassischen Baustoffen stark zurückgegangen, weil seltener neu gebaut werde.

Gespart werde auch bei hochpreisigen Gütern wie Saunahäuschen und Swimmingpools, beschreibt der Sprecher des Praktiker-Konzerns, Harald Günter, die Lage in den rund 240 Praktiker-Märkten in Deutschland. Im März hatte der Konzern, der durchdringender als andere mit Rabattaktionen wirbt, noch Kurzarbeit angesetzt, jetzt haben sich die Geschäftszahlen nach Günters Aussage verbessert. Konkrete Zahlen für die Hamelner Praktiker-Filiale am Hastenbecker Weg nennt er nicht. Konzernweit aber habe sich der Umsatz im zweiten Quartal um 5,6 Prozent erhöht, während der Branchendurchschnitt bei einem Plus von 1,5 Prozent liege. Günters Hoffnung fürs nächste Jahr liegt auf der neuen Regierung und den Maßnahmen, die Arbeitsplätze schaffen und erhalten.

Bei den toom-Märkten, die in Deutschland 385-Mal vertreten sind, haben sich nach Angabe der Pressesprecherin Nadine Villmann keine Veränderungen im Baumaterial und für den Innenausbau ergeben. Andere Angaben zu Umsätzen und wirtschaftlicher Lage hat das Kölner Unternehmen der Rewe-Group nicht gemacht.

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  • Tenor: „Alles gut“ – ein NDR-Fernsehteam ist im Hagebaumarkt an der Werftstraße unterwegs, um Marktleiter Friedhelm Pulskamp zu interviewen. Foto: Dana

Nachdem die Umsatzzahlen für den Hagebaumarkt so erfreulich waren, rechnet Baumgart für das nächste Jahr eher mit Stagnation. Über die wirtschaftliche Lage auch des Hagebaumarktes berichtet am morgigen Freitag N3 in seiner Sendung Hallo Niedersachsen um 19.30 Uhr.

Dank renovierfreudiger Kunden ist es den Baumärkten bisher offenbar trotz der Rezession gut ergangen. Der Filialleiter des Hamelner Hagebaumarkts, (unten) Friedhelm Puls-kamp, berichtet morgen auch bei N3 über die Situation.

Fotos: Bilderbox/Dana

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