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Prasanthan Sivarajah gewinnt das Burner-Essen am "Imbiss zum Treffpunkt" - ein "teuflisches Zeug"

"Mit etwas Reis hätte das ganz gut geschmeckt"

Rinteln (cok). Die Feuerwehr steht bereit am "Imbiss zum Treffpunkt" und sie hat guten Grund dazu: Vier junge Männer treten zu einem Wettkampf an, bei dem es gewaltig brennen wird, und zwar in Mund, Augen und Magen der Beteiligten. Wer verträgt die schärfste Currywurst, ohne dabei umzukippen, das ist die Frage beim ersten Rintelner Burner-Essen.

veröffentlicht am 06.03.2007 um 00:00 Uhr

Lohn für den "Feuer-Test": Ein Fünfziger aus der Hand von Reinha

Reinhard Köpp mit seinem Imbiss im Industriegebiet an der Braasstraße ist berühmt für verrückte Currywürste. "Nix für Weicheier" heißt es auf seiner Speisekarte, und wer die Sorten "Brennender Rachen", "Feuer und Dynamit" oder gar "Hämorrhoidenkiller" bestellen will, muss über 18 Jahre alt sein undeine Einverständniserklärung unterschreiben. Gewagte Mischungen aus Paprika, Chili und Ingwer machen die Soßen so scharf, dass man vergleichbare Herausforderungen nur noch an Wurstständen in Frankfurt und Berlin finden kann. Die vier Wettkampfteilnehmer sind wohlgemut. Gerd Müller ist Busfahrer und hat bei seinen regelmäßigen Stopps am Imbiss schon so manches Mal seine Durchblutung mit Köppes Würsten in Schwung gebracht. Der eher unerfahrene Danny Starbenow wurde vom Wirt persönlich zum Kampf eingeladen und trainierte die letzten Tage fleißig am Imbissstand. Christian Meier fährt schon mal nach Frankfurt, um neue starke Soßen zu kosten. Und dann ist da noch der zierliche Prasanthan Sivarajah, geboren in Sri Lanka, wo man das scharfe Essen liebt. "Na, dann wollen wir mal sehen, wer zum Schluss die Zunge nach draußen hält", meint Köppe und trägt die ersten Portionen auf. Der Duft der Soße ist so stark, dass es manchem Zuschauer allein vom Riechen schon ganz anders wird. Dabei zählen die ersten beiden Runden gar nicht, sie dienen nur der Eingewöhnung, "damit nachher nicht das Blech wegfliegt!" Nummer Drei mit dem grausigen Namen "Inferno", auf die kommt es an, wer da am besten zuschlägt, gewinnt die ausgeschriebenen 50 Euro. Runde einsüberstehen alle ganz gut. "Ich würde sagen, dass ist so Stärke anderthalb", meint Christian. Danny nickt, obwohl sich seine Augen schon leicht gerötet haben, und Prasanthan lächelt leise, als ahnte er, dass das noch gar nichts war. Wie recht er hat! Die zweite Portion wird duftend aufgetragen. "Passt auf, das ist kein Spielzeug, das ist Teufelszeug!" sagt Köppe. Tatsächlich: Danny und Gerd sind mit einem Bissen weg vom Fenster, und auch Christian kann gerade noch sagen: "Chef - ich gebe auch auf!", bevor er stöhnend eine große Packung Toastbrot aus seiner Tasche holt. Alle drei haben plötzlich rot unterlaufende Augen und sehen ganz blass aus. Milch wird ausgegeben wie Medizin, Honig zur Zungenbesänftigung angeboten, nur trinken darf man jetzt nichts, das würde alles noch schlimmer machen. Ist das erste Burner-Essen etwa schon vorbei? Die drei jungen Männer bringen kein Wort mehr raus und versuchen sich irgendwie zu fassen und Haltung zu bewahren. Nur Prasanthan, der Junge aus Sri Lanka, er lächelt immer noch. "Ich mache weiter", sagt er, und würde er jetzt nicht aushandeln, dass er nicht die ganze letzte Wurst verzehren muss, man könnte meinen, er sei von dem, was seine Konkurrenten umgehauen hat, selbst völlig unberührt. Drei oder vier Stückchen bringt er vom "Inferno" herunter, und jetzt muss auch er nach Luft schnappen und schnell ein Glas Milch trinken. "Der hat gewonnen!" heißt es ringsum. Ein Gast stippt sich einen Mini-Tropfen von der Soße auf sein Brot, nimmt es in den Mund und spuckt es gleich wieder aus. "Teuflisch!" Und was sagt Prasanthan? "Na, mit etwas Reis hätte das ganz gut geschmeckt...". Reinhard Köppe rückt die 50 Euro Preisgeld raus. Das hier war nur der Anfang. Er plant schon eine deutsche Burner-Meisterschaft, zusammen mit den Currysoßen-Spezialisten. An seinem "Imbiss zum Treffpunkt" gibt es übrigens auch ganz normale Würste. Für Weicheier.

Mitbewerber gaben schon nach dem ersten Bissen auf.
  • Mitbewerber gaben schon nach dem ersten Bissen auf.
Kann man dasüberhaupt essen, scheint sich Prasanthan Sivarajah m
  • Kann man dasüberhaupt essen, scheint sich Prasanthan Sivarajah mit Blick auf die Pappschüssel zu fragen - selbst Imbiss-Wirt Reinhard Köpp hatte die Esser gewarnt: "Schärfer geht nicht. Das ist ein Teufelszeug."


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