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12. Oldtimer-Weserberglandfahrt: Sonne für die 140 Teilnehmer, Lob für die Organisatoren vom MC

"Mit einem Motor wie ein Herzschrittmacher"

Rinteln (crs). Ob Petrus wohl einen Reo Raceabout von 1912 fährt? Oder eher den Ford Eifel von 1937? Vielleicht ja auch einen Triumph TR 3 A aus den späten Fünfzigern? Ein Liebhaber alter Automobile aber dürfte der himmlische Wächter übers Wetter auf jeden Fall sein: Wie schon im vergangenen Jahr ist die Oldtimer-Weserberglandfahrt des Motorclubs Rinteln auch bei ihrer zwölften Auflage gestern von strahlendem Sonnenschein verwöhnt worden. Glückliche Teilnehmer, volle Innenstadt - ein fulminanter Auftakt der sommerlichen Open-Air-Veranstaltungen in Rinteln.

veröffentlicht am 28.04.2008 um 00:00 Uhr

Ein letzter kritischer Blick auf die Bordkarte - dann macht sich

Entsprechend zufrieden - und erschöpft - war Chef-Organisator Hans-Erich Scheffler gestern Abend nach der Siegerehrung. "Es war eine tolle Strecke über Hessisch Oldendorf nach Bodenwerder und von Bad Pyrmont durchs Extertal, alles hat super geklappt", bedankte sich Scheffler bei den rund 25 Motorclub-Helfern der Oldtimer-Rallye. Die hatten für die 140 Teilnehmer einige knifflige Prüfungen vorbereitet: unter anderem ein Autosymbol-Quiz und Fragen aus Original-Fahrschulbögen, außerdem galt es bei der Zeitprüfung eine Strecke in 0,30 Minuten zu absolvieren (Scheffler: "Da muss man erst mal ausrechnen, dass das 18 Sekundensind..."). Am frühen Nachmittag knatterten die Oldtimer dann wieder durch die Klosterstraße auf den Markt- und Kirchplatz. Und da gab es für die Besucher einiges zu gucken. "Oh, wie toll, so einen hatte ich auch mal!" Regina Leisner aus Steinbergen gerät beim Anblick des knallroten Fiat 500 auf dem Kirchplatz in Verzückung. Mitte der siebziger Jahre war der als "Knutschknugel" populär gewordene Kleinstwagen ihr erstes eigenes Auto. "Ein toller Wagen, sehr gerne bin ich den gefahren." Während die Oma noch in Erinnerungen schwelgt ("in so einem komischen Gelb hatte ich den, ockergelb, so eine Farbe gibt's heute gar nicht mehr"), haben die beiden Enkelsöhne schon ein ganz anderes Objekt der Begierde entdeckt. Für den VW Bulli "Samba" (Baujahr 1962) eines Bückeburgers fällt Dominik (7) sofort ein geeigneter Verwendungszweck ein: "Da machen wir eine Riesenparty drin", schlägt er vor, und für seinen Bruder Marcel (9) ist klar: "Da passt meine ganze Fußballmannschaft rein." Auf dem Marktplatz stoßen unterdessen Bernd Schulzik, Gero Knief und Jürgen Weischede in fröhlicher Runde mit Sekt auf den gelungenen Tag mit Schulziks Fiat 509 A Torpedo an - ganz stilvoll aus Plastikbechern. "Wir sind zwar nicht die Schnellsten, aber die Lustigsten", gibt der Buchholzer Schulzik die Parole für den Tag aus. Das 82 Jahre alte Auto, eines der ältesten bei der Rundfahrt, sei bei der ersten Fahrt des Jahres "wie verrückt" gelaufen - "und das mit einem Motor wie ein Herzschrittmacher, so klein ist der". Ein bisschen imposanter ist der Motor des Citroën 11 CV BL von Peter Schlette aus Bad Oeynhausen: Auf dem Kirchplatz ruht sich der historische Wagen von 1946 von der Rundfahrt aus. Der Fahrer schwelgt derweil in höchsten Tönen: "Ein traumhafter Tag, eine wunderbare Fahrt durch die Wälder, tolle Organisa- tion", sagt Peter Schlette. "Das Ambiente hier ist schon klasse." Zum ersten Mal ist er dabei, erst seit Weihnachten nennt er den bei E-Bay entdeckten Citroën sein Eigentum. "Ich hatte früher schon malso einen, aber den konnte ich mir irgendwann nicht mehr leisten..." Auch wenn der Spaß wohl für alle Teilnehmer mehr zählt als die Leistung: Am Ende wurden Peter Erdmann aus Laatzen und Heinrich Kronlage aus Haste als Gesamtsieger ausgezeichnet.



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