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Leichte Muse im Prinzenhof zum Saisonschluss der Reihe "Kultur zur Teezeit"

Mit der ganzen Stimmkraft von Opernhelden

Rinteln. Noch ein wenig mehr, und die Wände hätten gezittert, die Fensterscheiben wären zersprungen während der "Kultur zur Teezeit" im Prinzenhof.

veröffentlicht am 19.03.2007 um 00:00 Uhr

Autor:

Cornelia Kurth

Die mächtigen Sängergestalten Brigitte Bauma und Johannes Halten sangen ihr Potpourri aus Operetten- und Musical-Highlights mit wahrer Opernsängerkraft und machten damit zugleich Werbung für das aktuelle Programm im Landestheater Detmold. Begleitet vom Pianisten Boris Anifantakis präsentierten sie alles, was einen Operettenfreund nur begeistern kann, angefangen beim "Operettenkaiser" Johann Strauß und seiner "Fledermaus" über Franz Lehar mit dem unvergleichlichen "Land des Lächelns" und Robert Stolzens romantische Liebesduette bis hin zu Ausschnitten aus "Frau Luna" von Paul Linke. Dessen "Berliner Luft" oder "Schenk mir doch ein kleenes bisschen Liebe" trug Peter-Uwe Witt vor, Leiter des Detmolder Landestheaterchores, der als Moderator durchs Programm führte und sich dabei dem Wiener Schmäh genau so souverän überließ wie danach einem derben Berliner Charme. Wer unter den Besuchern vielleicht dachte, dass allein die Wiener Operetten für leidenschaftliche Romantik zuständig wären, für schmelzende Liebessehnsuchtsmelodien und Texte, die in jedes Poesiealbum passen würden ("Dein ist mein schönstes Lied, weil es rein aus der Liebe erblüht"), der wurde nach der Pause durch die Lieder aus Leonhard Bernsteins "Westside Story" oder Andrew Lloyd Webbers "Evita" schnell wieder daran erinnert, dass auch in so manchem Musical der Geist der Operette weiterlebt. Bernsteins "Maria" oder das Liebesduett "Tonight", mehr noch Webbers hingebungsvolles "Don't cry for me, Argentinia" sind Paradebeispiele für Melodien, die sich ganz nah am musikalischen Kitsch bewegen und ihre Zuhörer doch immer neu in den Bann ziehen können. Und sollte das manchem doch eine Nummer zu schwelgend gewesen sein, so riss Peter-Uwe Witt Moderation das Ruder bei jeder Gelegenheit herum in Richtung Witz und Ironie, wozu auch gehörte, dass er mitten auf der Bühne einen halben Liter Bier herunterstürzte, um mit lustig feuchter Kehle seine Berliner Songs zu schmettern. Brigitte Bauma und Johannes Halster traten nicht umsonst wie Opernsänger auf - sie sind es auch wirklich und entfalten ihre großen Stimmen in "Die Walküre" von Richard Wagner, die aktuell mit großem Erfolg am Landestheater Detmold gegeben wird. "Kommt mal zu unsüber die Landesgrenze" rief Uwe-Peter Witt ins Publikum, bevor dann mit aller schönen Stimmengewalt "It's time to say good bye" erklang und die für diese Saison letzte und wie immer vom Kulturring organisierte, von der Sparkasse Schaumburg gesponserte "Kultur zur Teezeit" zu Ende ging. Wer sich für "Die Walküre" interessiert: Für die Vorstellung am 16. Mai werden noch Mitfahrer aus Rinteln gesucht, damit es mit einer Gruppenermäßigung klappen kann. Weitere Infos dazu unter (05751) 29 30



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