weather-image
14°
"Kompromiss nur zweitbeste Lösung" / Plädoyer für mehr Radwegebau in Rinteln

Mit den Augen eines Fremden gesehen: Irritationüber die Radwegführung

Rinteln (wm). Wer als Fremder auf dem Weserradweg in Richtung Rinteln fährt und am Kanu-Club landet, ist zunächst einmal verwirrt, denn eigentlich hatte er sein Ziel, die Stadt, bereits vor Augen, dann wird er aber durch den Radweg von der Weserbrücke wieder weggeführt.

veröffentlicht am 19.06.2008 um 00:00 Uhr

Die Radwegeausschilderung an der Dankerser Straße führt direkt a

Die Irritation setzt sich am Freibad fort. Soll man geradeaus weiterfahren auf die Bahnhofstraße? Oder doch besser links abbiegen auf eine Straße, die nicht mehr als Radwegefortsetzung zu erkennen ist? Wer am Freibad entlangradelt, wird auch nicht klüger, denn er findet sich am Ende der Straße auf einem unübersichtlichen Parkplatz wieder, überlegt: unter der Brücke hindurch oder lieber die steile Treppe nehmen und das Rad schieben - und wo ist überhaupt der Radweg geblieben? Wer einmal die Radwegeführung am Eingang der Stadt Rinteln bewusst mit den Augen eines Fremden betrachtet, wird zugeben müssen, ganz glücklich ist sie nicht. Deshalb, schilderten Erster Stadtrat Jörg Schröder und Baudezernent Reinhold Koch in einem Gespräch am Freitag vergangener Woche, halten beide die jetzt vom Verwaltungsausschuss abgesegnete Lösung der neuen Radwegeführung am Weseranger leider "für die zweitbeste"- zumindest für Touristen wäre eine Weiterführung des Weges entlang am Freibad logischer wie attraktiver gewesen. Positiv sehen Schröder wie Koch, dass der Radtourist durch den im Bauausschuss ausgehandelten Kompromiss nach dem Freibad wieder an die Weser zurückgeführt wird. Mit dem Neubau des Radweges entlang der Weser soll auch die Parkplatzsituation verbessert werden. So fährt der Autofahrer auf Parkplatzsuche nicht mehr in eine Sackgasse. Radfahrer und Autofahrer werden sauber getrennt. Schwimmbadbesucher mit Rad bekommen bessere Abstellmöglichkeiten und es gibt zusätzliche Parkplätze. In der Verwaltung ist man ohnehin grundsätzlich überzeugt, dass jeder Radweg mehr der Stadt nützt, einfach deshalb, so Schröder, weil Radfahren bei steigenden Spritpreisen wie Allgemeinkosten für das Auto in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen wird. "Viele Leute werden sich überlegen, ob es nicht besser ist, Brötchen mit dem Rad zu holen, also bei Kurzstrecken häufiger mal auf das Auto zu verzichten." Auch aus diesem Grund will die Verwaltung am Lückenschluss des Radweges entlang der Extertalstraße von Exten bis zum Seetor festhalten. Die Pläne seien nach der Entscheidung des Bauausschusses zwar wieder in die Schublade gepackt worden, aber keineswegs ad acta gelegt. Schröder und Koch teilen keineswegs die Meinung der Bauausschussmehrheit, dieser Radweg sei überflüssig, weil er nicht angenommen werde. Das Gegenteil sei richtig, wie beispielsweise der Radweg nach Möllenbeck zeige: "Wenn ein Radweg erst einmal da ist, wird er auch genutzt." Dazu komme: Die Alte Kasseler Landstraße entlang der Ruinengrundstücke werde von Kindern und Frauen gemieden und das sicher nicht ohne Grund. Die mögliche alternative Strecke durch das Industriegebiet Süd von Krankenhagen zum Schulzentrum sei aufgrund des steigenden Lkw-Verkehr einfach gefährlich.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt