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Aufklärungs-Spezialist beim AKRO / Geheimnisumwitterte Einheit

Mit dem Ohr immer dicht dran

Bückeburg. "Zu Lande, zur See und in der Luft im Einsatz", so lautet der Wahlspruch des "Bataillons Elektronische Kampfführung (EloKa) 912" aus Nienburg an der Weser. Korvettenkapitän Jörg Müller, ein waschechter Marinemann den es tief ins Binnenland verschlagen hat, stellte seinen vielschichtigen Verband jetzt den Gästen des Arbeitskreises Reserveoffiziere (AKRO) Bückeburg vor.

veröffentlicht am 01.11.2007 um 00:00 Uhr

Referent Korvettenkapitän Jörg Müller (li.) und Oberstleutnant d

Oberstleutnant d. R. Bernd Kirsch, Vorsitzender des AKRO, machte in seiner Einführung deutlich, dass die Nienburger Einheit etwas geheimnisumwittert und selbst innerhalb der Bundeswehr wenig bekannt sei. 1200 Männer und Frauen gehören ihr an. Es ist eines von drei Bataillonen dieser Art, die dem Kommando Strategische Aufklärung in Rheinbach bei Bonn unterstehen. Vor einigen Jahren neu aufgestellt mit Angehörigen aufgelöster EloKa-Einheiten von Heer, Luftwaffe und Marine hat es den Auftrag, in allen Einsatzgebieten der Bundeswehr fremde Kräfte auf elektronischem Weg aufzuklären. Dadurch wird ein Beitrag zur Erstellung des Lagebildes geliefert. Auch der Schutz von eigenen Truppen gegen Anschläge, etwa mit versteckten Straßenbomben, gehört zum Auftrag. Vornehmlich in Afghanistan kommt dies zum tragen. Dort werden die Frequenzen von Handys, die als Zündauslöser dienen, gestört. Falls notwendig kann auch die Kommunikation gegnerischer Kräfte unterbrochen werden. Auch Sprechfunk und Handy sind eine wichtige Informationsquelle für die Aufklärer. Um einen Soldaten allerdings auf eine einsatzrelevante Sprache zu schulen, sind immerhin 15 Monate vorgesehen. Die komplizierte Ausrüstung ist ebenfalls erst nach längerer Erfahrung effektiv einsetzbar. Die Personalgewinnung ist folglich schwierig, so der Referent, zumal auch sehr hohe Sicherheitsanforderungen an die Bewerber gestellt werden. Als ehemaliger Kommandant des Flottendienst- (Aufklärungs-) bootes "Oste" schilderte Kapitän Müller dessen Einsatz im Seegebiet vor dem Libanon den Zuhörern sehr anschaulich. Dabei machte er klar, dass kein Staat gerne ein solches Boot vor seiner Küste liegen hat und deshalb schon mal diplomatisch dagegen vorgeht. Nach wie vor ist auch die Ostsee Einsatzgebiet der elektronischen Aufklärung. Dort werden Grundlagenkenntnisse über fremde Systeme gewonnen. Zudem bilden zwei Aufklärungsflugzeuge eine luftgestützte Komponente, die allerdings in den nächsten Jahren durch unbemannte Drohnen vom Typ "Euro Hawk" modernisiert wird.



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