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Züchter geben rosafarbenen Blüten den Vorzug / Auf den Pflückwiesen wird nicht immer reell bezahlt

Mit dem "Kornblumenblau" geht es zu Ende

Gelldorf (sig). Die Sonne meint es gut mit uns in diesen Herbsttagen. In den Gärten lockt sie noch so manche späte Rosenart und vor allem die Astern aus der Reserve. Darüber freut sich besonders Hannelore Eggelmann in Gelldorf, deren Blumengarten zum Selberpflücken zwar schon einige kahle Stellen zeigt, aber dennoch so üppig blüht wie lange Zeit nicht.

veröffentlicht am 20.10.2006 um 00:00 Uhr

Prachtvoller Anblick: Blumenliebhaberin Hannelore Eggelmann vor

"Über das Wetter können wir nicht klagen, aber den Erlös aus dem Blumengarten hat es nicht beflügelt", zieht Hannelore Eggelmann ein Fazit der Saison. Im Gegenteil: Der Erlös sei schlechter gewesen als in der Vergangenheit. "Wir haben so manchen Selberpflücker bei uns vorbeiziehen sehen mit einem großen, prächtig gebundenen Strauß, aber wir befürchten, dass er nur mit kleiner Münze bezahlt hat", zeigte sich Hannelore Eggelmann enttäuscht von der mangelnden Ehrlichkeit dieser Kunden. Dennoch will sie auch im kommenden Jahr wieder auf einer Fläche von rund 800 Quadratmetern Blumen aussäen und pflanzen. Sie war vor inzwischen neun Jahren wohl die Erste im Schaumburger Land, die nach einem Seminar der Landwirtschaftskammer Hannover Blumenfelder zum Selberpflücken anlegte. "Ich bin eine begeisterte Blumenliebhaberin und habe später auch laufend an der Fortbildung teilgenommen." An die 40 verschiedene Sorten blühen auf dem Gelände gegenüber dem Hof-Café. Und sollte es Neuheiten geben, dann ist Hannelore Eggelmann schnell dabei. Wenn es draußen kalt wird und alle Felder abgeerntet sind, dann wälzt sie einen dicken Blumenkatalog, prüft, überlegt und bestellt dann meistens zusammen mit anderen, die ebenfalls solche Felder unterhalten. Die Mengen schlagen sich schließlich auch im Preis nieder. Neben dem unternehmerischen Risiko (Wie könnte diese oder jene Sorte bei den Selberpflückern ankommen?) reizt es Hannelore Eggelmann aber auch, Trends nachzugehen. "Und die gibt es nicht nur in der Mode, sondern auch bei den Blumen und ihren Farben." In den letzten beiden Jahren war Pink angesagt. Deshalb entschied sich die Gelldorfer Landwirtin auch dafür, Kornblumen in diesem Farbton anzubieten, obwohl das "Kornblumenblau" seit Jahrzehnten sogar zum gängigen Liedgut gehört. "Die Leute haben bei den rosafarbenen Blüten gut und gern zugegriffen", so die überraschende Erfahrung. Auch Zinnien und Dahlien in Pink hatten Konjunktur. Am meisten gefragt sind nach wie vor Sonnenblumen, Gladiolen, Astern, Dahlien und die Ringelblumen, die im Frühjahr als Erste die schützende Erde verlassen. "Die beste Pflückzeit ist am frühen Morgen, weil die Blumen sich dann in der Nacht von der Wärme des Tages erholt haben und ein festeres Gewebe besitzen", lautet die Empfehlung der Fachfrau. Welche Farbe im nächsten Jahr bei den Blumen Trend ist, konnte das Ehepaar noch nicht verraten. Blau könnte es wohl kaum werden, weil diese Farbe bei den Schnittblumen rar ist. Vergissmeinnicht sind zu klein, Wicken nicht so standfest. Da blieben noch Strandflieder und Kornblumen. "Manche Schnittblumen werden blau, wenn man sie in so eingefärbtes Wasser stellt, und Heidekraut wird inzwischen sogar blau eingesprüht, aber das mögen wir nicht." Hannelore und Heinz Eggelmann wollen der Natur eben nicht ins Handwerk pfuschen.

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