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Tobias Schlüter verfasst Bachelorarbeit über Bauernschaft und Tracht in der Gemeinde

Mit dem Herzen in Lindhorst

Lindhorst. Was die sozialen Strukturen, besonders mit Blick auf die Bauernschaft, in Lindhorst angeht, hat Tobias Schlüter augenscheinlich mehr Ahnung als so mancher Langzeitbewohner der Gemeinde. Wie das kommt? Der 22-Jährige hat sich für seine Bachelorarbeit acht Wochen lang mit dem Thema befasst und ein rund 50 Seiten langes Schriftstück mit dem Titel „Die Entwicklung vom Bauerndorf zur Arbeiterwohngemeinde – Beispiel Lindhorst“ geschrieben.

veröffentlicht am 16.02.2016 um 15:05 Uhr
aktualisiert am 16.02.2016 um 20:52 Uhr

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„Ich habe 20 Jahre in Lindhorst gewohnt, habe dort meine Freunde und meine Familie“, erzählt Schlüter, der inzwischen in Hannover wohnt und zurzeit seinen Master an der Leibniz Universität Hannover macht. Trotzdem hat er immer noch einen engen Bezug zu seinem Heimatort: „Ich identifiziere mich mit Lindhorst.“ Seine Studiengänge sind Deutsch und Geschichte auf Lehramt. Zum Abschluss muss Schlüter eine Bachelorarbeit vorlegen, die sich mit dem Thema Industrialisierung in der Region Schaumburg befassen soll.

Was im 19. und 20. Jahrhundert in Lindhorst passiert ist und wie sich die Sozialstrukturen entwickelt haben, interessiert den Hobbyfußballer. Als Ausgangshypothese stellte Schlüter in seiner Arbeit die Frage, ob die Bauernschaft inklusive ihrer traditionellen Milieus aus dem Dorf verdrängt werde und ob das Schwinden der Tracht mit der Entwicklung der Bauernschaft einhergehe.

Täglich verbrachte der Student vier bis fünf Stunden in der Leibnizbibliothek Hannover oder im Landesarchiv in Bückeburg. Dort wälzte er nicht nur drei Adressbücher aus den Jahren 1912, 1956 und 1963, sondern auch die Schaumburger Heimatblätter sowie Statistiken, Briefe und Urkunden. Wie viele Bauern, Bergarbeiter und Eisenbahnmitarbeiter die Gemeinde hatte, wertete Schlüter aus und studierte ebenso die bauliche Entwicklung.

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Auch mit Gunnar Heine hielt Schlüter regen Kontakt. Der ehemalige Vorsitzende des Lindhorster Trachtenvereins half ihm dabei, die Informationen zusammenzutragen. Auch wer in der Gemeinde die Tracht trug, forschten sie nach. Fotos, die über 100 Jahre alt sind – das Älteste zeigt ein Klassenfoto des Geburtsjahrgangs 1880 – bebildern seine Bachelorarbeit.

Wie geht es für den Studenten, dessen Herz für Lindhorst schlägt, nach dem Studium weiter? „Ich würde gerne an einem Gymnasium in Schaumburg arbeiten“, sagt Schlüter. Ein Praktikum hat er bereits an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Schaumburg gemacht und hatte daran viel Freude.

Für die Zukunft erhofft sich Schlüter: „Ich wünsche mir, dass das heimatliche Geschichtsbewusstsein gestärkt wird und somit auch die Identifikation mit dem Ort selbst.“vr



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