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Neue Themenreiheüber Frankreich / Wo man Flammkuchen und gute Tropfen liebt / Diavortrag von Hans-Jürgen Stang

Mit dem Feldkocher durch Elsass-Lothringen gezogen

Obernkirchen (sig). Ein Appetitmacher war der Lichtbildervortrag von Hans-Jürgen Stang im Stift in jedem Fall. Zumindest für diejenigen, die bislang Elsass-Lothringen noch nicht kannten. Und wer schon dort gewesen ist, für den war es eine erneute Begegnung mit einem schon aus geschichtlichen Gründen ganz besonderen Landstrich im Herzen Europas.

veröffentlicht am 15.10.2007 um 00:00 Uhr

Malerische Dörfer mit Häusern, die den Rang von Kunstwerken habe

Man muss nicht dort gewesen sein, um verinnerlicht zu haben, dass es sich in dieser grenznahen Region zwischen Rhein und Vogesen gut leben lässt. Die herzhaften Gaumenfreuden, die im Elsass geboten werden, haben sich längst einen Namen gemacht. Das hat nicht allein etwas mit dem dünnen, aber reichlich belegten Flammkuchen zu tun. Es gibt noch zahlreiche andere empfehlenswerte Genüsse und vor allem dazu passende Weinsorten und Obstbrände. Natürlich haben sich auch die landschaftlichen und städtebaulichen Reize dieser Region weit herumgesprochen. Und deshalb trifft man dort in der touristischen Hauptsaison nicht nur eine Heerschar von Urlaubern, sondern vor allem an den Wochenenden noch zusätzlich Durchreisende und Tagesgäste aus Frankreich und Deutschland, die für volle Straßen und Lokale sorgen. Dann ist es vorbei mit der Gemütlichkeit in den pittoresken Dörfern, die sich am Rande von Weinbergen und Obstplantagen angesiedelt haben. Eine Vielzahl von Kameras ist täglich auf die eindrucksvoll gestalteten und zudem mit Geranien und anderen Blumen geschmückten Fachwerkhäuser gerichtet. In dieser Häufung gibt es solche über Jahrhunderte unversehrt gebliebene und bestens erhaltene Bauten nur noch selten. Die Bilder des Tourismusexperten Hans-Jürgen Stang aus dem Raum Speyer vermittelten einen Eindruck von dem Fantasiereichtum früherer Bauherren und Architekten. Er hat sie nicht aus einem fahrenden Auto oder Bus gemacht, sondern war ungezählte Wochen mit dem Fahrrad unterwegs. Täglich etwa 75 Kilometer; da bekommt man hautnahen Kontakt zu Land und Leuten sowie zu den Schönheiten der Natur und der Orte. Im Zelt auf freiem Feld zuübernachten und sich die Milch oder Suppe im Feldkocher zu erwärmen - das gehörte zur Normalität der Radtouren des sportlichen Betriebswirtes Hans-Jürgen Stang. Entsprechend lebendig und naturnah waren seine Ausführungen zu den Farbdias, die er im Stiftssaal zeigte. Werner Hobein erinnerte bei der Eröffnung dieser zweiten Veranstaltung in der neuen Reihe des "Treff im Stift" daran, dass 2008 die Städtepartnerschaft zwischen Obernkirchen und La Flèche seit 40 Jahren besteht. Angesichts dieses Jubiläums sei man gern der Bitte von Rat und Verwaltung der Bergstadt gefolgt, die neue Vortragsreihe dem französischen Nachbarn zu widmen. Ende des Monats wird eine gemeinsame Fahrt nach Elsass-Lothringen die gewonnenen Eindrücke vertiefen.

Hans-Jürgen Stang
  • Hans-Jürgen Stang

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