weather-image
14°
Arbeitsgruppe entwirft maßstabsgerechtes Sonnensystem entlang des Weserradweges

Mit dem Fahrrad von Planet zu Planet

Rinteln (clb). Ab sofort gibt es einen neuen Anreiz für Radfahrer, Spaziergänger und Touristen, aber auch für Ortsansässige und vor allem für Astronomie-Interessierte, den Weserradweg zu erkunden: Seit Herbst vergangenen Jahres befindet sich auf der 7,5 Kilometer langen Strecke zwischen Rinteln und Großenwieden ein "Planetenweg", auf dem maßstabsgerecht (1: 800 000 000) das verkleinerte Sonnensystem vorzufinden ist.

veröffentlicht am 03.01.2008 um 00:00 Uhr

0000472781.jpg

Ins Leben gerufen und umgesetzt worden ist das Projekt von einer Arbeitsgruppe des Gymnasiums Ernestinum; finanziert wurde es von der EU-Förderinitiative "Leader Plus" sowie der Stadt Rinteln. Der Planetenpfad beginnt am Parkplatz des Weserangerbades; dort stellt eine gelbe Satellitenschüssel die Sonne, den größten Körper des gesamten Sonnensystems, dar. Hier hat sie einen Durchmesser von 1,75 Meter, in Wirklichkeit sind es fast 1,4 Millionen Kilometer. Dementsprechend winzig wirken die weiteren neun Planeten, die links entlang des Freibades (Merkur, Venus, Erde, Mars und Jupiter) entlangführen, sich über Engern, Ahe und Kleinenwieden (Saturn, Uranus und Neptun) erstrecken und schließlich an der Fähre Großenwieden mit dem Pluto enden - dem von der Sonne am weitesten entfernten Planeten. Dargestellt werden die Miniaturplaneten durch farbige Glasmurmeln und Kugeln mit verschiedenen Durchmessern von 0,3 bis zu 20 Zentimetern, die sich unter einer Art Käseglocke befinden. Diese wiederum ist mit einem Stahlstab im Boden befestigt. Eine Hinweistafel direkt neben dem Objekt zeigt nicht nur, welcher Himmelskörper gerade dargestellt ist, sondern gibt darüber hinaus zusätzliche Informationen über Durchmesser, Masse, Temperatur, Dichte sowie die Rotationsperiode des jeweiligen Planeten. "Astronomisch inspirieren lassen" hat sich Einhard Bormann, Gymnasiallehrer im Ruhestand und Initiator der Aktion, auf Norderney: "Dort habe ich einen solchen Planetenweg zum ersten Mal gesehen und bin auf die Idee gekommen, so etwas auch in Rinteln umzusetzen", erinnert er sich. Gesagt - getan. In einem Antrag hat der Pädagoge sein Vorhaben der Stadt geschildert, diese wiederum hat sich an die "Leader"-Initiative gewandt, um Zuschüsse zu erhalten. Mit Erfolg: Einen Großteil der Kosten wurde aus den EU-Töpfen finanziert, den restlichen Teil hat die Stadt dazugelegt. Nachdem die Formalitäten geklärt waren, hat sich Einhard Bormann mit seinem Kollegen Rüdiger Otto sowie den beiden Schülern Jan-Vincent Düvelshoff und René Wassermeier zusammengesetzt und Entfernungen wie Größe der Planeten errechnet, Daten zusammengetragen und ein Konzept für die Infotafeln entwickelt. Optimale Voraussetzung für das Projekt: Sowohl Bormann als auch Otto unterrichten Physik und Mathematik und kennen sich daher mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten sowie Berechnungen bestens aus. Nachdem im vergangenen Oktober die notwendigen Vorkehrungen dann soweit abgeschlossen und die notwendigen Materialien angeschafft waren, wurde das Projekt endgültig in die Tat umgesetzt. Gemeinsam mit Mitarbeitern des Baubetriebshofes wurden Löcher in die Erde gegraben, um die speziell angefertigten Stahlstangen einzusetzen und die Miniaturplaneten darauf zu befestigen. Ganz offiziell eingeweiht werden soll der Planetenweg jedoch erst in den kommenden Monaten - mit Schaukästen am Anfang und am Ende der Strecke, die auf die wichtigsten Daten des Sonnensystems hinweisen und zusätzliche Informationen über aktuelle astronomische Ereignisse geben.

"Unser" Planet: Diese kleine Glaskugel mit dem Durchmesser von 1
  • "Unser" Planet: Diese kleine Glaskugel mit dem Durchmesser von 1,5 Zentimetern verdeutlicht maßstabsgerecht, wie klein die Erde im Verhältnis zur Sonne (Satellitenschüssel, siehe unten) ist. Fotos: clb
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare