weather-image
28°
Im Schaumburger Land gibt es acht Fledermausarten / Bergwerksstollen als Winterquartier

Mit dem Detektor nächtliche Jäger aufgespürt

Obernkirchen (sig). Bald ziehen die Fledermäuse ins Winterquartier ein. Es gibt Menschen, die sich um geeignete Plätze und Stellen bemühen. Zum Beispiel im Bückeberg und im Harrl, wo sich alte Bergwerksstollen, Wasserstollen oder Luftlöcher befinden. Diese Fledermausschützer haben auch einen Tunnel des Eilser "Minchens" mit einem großen Schutzgitter und Einflugstellen versehen.

veröffentlicht am 20.09.2007 um 00:00 Uhr

Im Gymnastikraum des Obernkirchener Sonnenbrinkbades informierte einer von ihnen, Christian Abel, im Rahmen einer Veranstaltung des Naturschutzbundes (Nabu) Obernkirchenüber das Leben und Treiben dieser kleinen nächtlichen Räuber. Abel wies dabei darauf hin, dass die Fledermäuse im Winterquartier äußerste Ruhe benötigen. Ihr Stoffwechsel verringere sich dann auf ein Minimum. Daneben sei es aber auch wichtig, so Abel, genügend Sommerquartiere für den Aufenthalt am Tag und für die Aufzucht des Nachwuchses (so genannte Wochenstuben) zur Verfügung zu haben. Sie können sich auf Hausböden, hinter Wandverkleidungen, in Kirchtürmen oder auch in speziellen Fledermauskästen befinden. In der Regel wird nur ein Junges großgezogen, das bei den nächtlichen Beutezügen mitgenommen wird. Als Nahrung dienen Mücken, Käfer, Spinnen und andere wirbellose Insekten. Gartenbesitzer sollten deshalb besonders heimischen Blütenpflanzen Raum zur Entfaltung bieten und auch mal eine ungeordnete Ecke dulden, damit genügend Nektar für die Insekten vorhanden ist. Christian Abel bedauerte, dass im Schaumburger Land das Vorkommen von Tag- und Nachtinsekten erheblich abgenommen habe. Das sei auf die intensive Land- und Gartenwirtschaft mit ihrer strikten Ordnung und den angewendeten Insektiziden sowie Pestiziden zurückzuführen. Aber auch der Straßenverkehr und die vielen Lichtquellen würden täglich Tausenden von Insekten zum Verhängnis. Nach dieser Einführung wurden am Mühlenteich die Geräusche von Fledermäusen mit besonderen Detektoren wahrgenommen. Die Ultraschallsignale dieser nächtlichen Jäger beginnen in einem Bereich, den kein menschliches Ohr mehr hören kann. Mit Hilfe des Detektors ließen sich sogar einige Arten bestimmen. Über dem Mühlenteich jagten mehrere Wasserfledermäuse; auch ein "Großes Mausohr" war unterwegs. Im Schaumburger Land kommen dank der Initiative der Fledermausschützer inzwischen wieder acht verschiedene Arten an Fledermäusen vor.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare