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Deutsche Telekom erhielt den Zuschlag für Anschlüsse in Hameln-Pyrmont und den Nachbarkreisen

Mit dem Breitband kommt der Fortschritt

Hannover / Hameln-Pyrmont (wft). Robert H. aus einem der kleinen Ortsteile von Aerzen kann es kaum noch erwarten, endlich schnell im Internet zu surfen. Bislang verfügt er nur über einen langsamen analogen Anschluss, bei dem der Seitenaufbau teilweise minutenlang dauert – ein echtes Ärgernis für Robert H., weil er den Internetanschluss beruflich benötigt.

veröffentlicht am 13.05.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Hannover / Hameln-Pyrmont (wft). Robert H. aus einem der kleinen Ortsteile von Aerzen kann es kaum noch erwarten, endlich schnell im Internet zu surfen. Bislang verfügt er nur über einen langsamen analogen Anschluss, bei dem der Seitenaufbau teilweise minutenlang dauert – ein echtes Ärgernis für Robert H., weil er den Internetanschluss beruflich benötigt. Nun aber kündigt sich Besserung an: Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) hat am Mittwoch in Hannover bekannt gegeben, dass bis Ende des Jahres 2011 rund 100 000 neue Breitbandanschlüsse mit einer Mindestgeschwindigkeit von zwei Mbits geschaffen werden. Allein in Südniedersachsen werden es 40 644 Haushalte sein, die dann über Funk oder Kabel schnelleren Zugriff auf die Inhalte im weltweiten Netz haben.

Südniedersachsen – das bedeutet den Anschluss von Haushalten oder Firmen in den Landkreisen von Schaumburg bis in den Harz. Im Landkreis Hameln-Pyrmont wird die Deutsche Telekom, die den Zuschlag für Südniedersachsen erhalten hat, 4827 Anschlüsse legen – 1200 Haushalte in entlegenen oder zu kleinen Orten müssen dagegen weiter auf den technischen Fortschritt warten. Doch auch ihnen macht der Wirtschaftsminister Hoffnung: „Wir hatten bei der Ausschreibung für die Bereiche Nordwestniedersachsen, Heide und den Süden mit einem Zuschussbedarf von 30 Millionen Euro gerechnet, kommen jetzt aber mit 24 Millionen Euro aus. Deshalb werden wir für die verbleibenden sechs Millionen Euro eine erneute Ausschreibung vornehmen, um weitere weiße Flecken auf der Landkarte zu beseitigen.“

Pro Anschluss fallen nach Angabe von Bode durchschnittlich 600 Euro an Kosten an. „Weshalb werden die Privathaushalte oder Firmen nicht an diesen Kosten beteiligt?“, wird Bode gefragt. Seine Antwort: „Weil diese Art der Versorgung zur Infrastruktur des Landes gehört. Wir müssen dafür sorgen, dass auch Firmen auf dem Land konkurrenzfähig kommunizieren können und junge Familien nicht aus den Dörfern wegziehen, weil sie dort technische Nachteile haben.“

Wirtschaftsminister Jörg Bode.

Dass überhaupt noch weiße Flecken bleiben, ist angesichts der Dichte, in der die Breitbandanschlüsse jetzt gelegt werden sollen, eigentlich eine Überraschung, denn auch kleine Orte wie Egge, Multhöpen, Kleinen- und Großenwieden, Schwöbber, Heßlingen, Fuhlen oder die Ortschaften auf der Ottensteiner Hochebene kommen nach Angaben von Anne Neumann, Referentin in Bodes Ministerium, in Kürze in den Genuss der schnellen Internetverbindungen. Wie das im Detail aussehen wird, darüber sollen die Landräte und Bürgermeister der betroffenen Regionen in der kommenden Woche im niedersächsischen Wirtschaftsministerium informiert werden.

Die Masse des Geldes für diese Investitionen stammt mit 50 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II, das im Rahmen der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 vom Bund aufgelegt wurde. 30 Millionen Euro erhielt das niedersächsische Wirtschaftsministerium, weitere 20 Millionen Euro kann das Landwirtschaftsministerium in Hannover für Einzelausschreibungen ausgeben. Da auch die Unternehmen, die den Zuschlag für den Ausbau der drei Bereiche erhielten, an der Finanzierung beteiligt sind, werden für ganz Niedersachsen allein durch die derzeitige Förderung im Hause Bodes Investitionen in Höhe von 60 Millionen Euro angestoßen. In Südniedersachsen wird die Deutsche Telekom dabei 19,4 Millionen Euro in die Hand nehmen, sieben Millionen kommen von der öffentlichen Hand hinzu, die zu 75 Prozent aus dem Konjunkturpaket II zu finanzieren sind und zu je 12,5 Prozent vom Land und den beteiligten kommunalen Körperschaften.

Hochgerechnet fallen im Landkreis Hameln-Pyrmont damit Investitionen in Höhe von rund drei Millionen Euro an. Davon müssen 1,2 Millionen Bund, Land und die Kommunen übernehmen – 900 000 Euro entfallen auf das Konjunkturpaket II und je 150 000 Euro auf das Land und den Landkreis.

Auf der Pressekonferenz am Mittwoch zeigte sich Bode „stolz, dass alles so gut geklappt hat und wir jetzt sogar noch eine weitere Ausschreibung vornehmen können. Das ist ein Ergebnis, das bundesweit Beachtung findet.“ Die Erwartungen, die er in seinem Ministerium gehabt habe, seien in allen Bereichen übertroffen worden.

Breitband ist nach Einschätzung aller Fachleute die technische Voraussetzung für die Verknüpfung von Unternehmen, privaten Haushalten und Verwaltungen, die im Zeitalter der Digitalisierung grundsätzliche Bedeutung hat. Mit dem schnellen Internet werden weltweite Geschäftsabläufe ermöglicht, aber auch Bildung, Unterhaltung und Finanztransaktionen.

Die Einwohner des Landkreises sollen schnellere Internetanschlüsse erhalten. Foto: Bilderbox



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