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Jazz-Party der "Nachtausgabe" entführt die Zuhörer nach New Orleans / "Little Jazz" und "Sunday Stompers"

Mit allem, was an Schellack einstüber den Atlantik kam

Bückeburg (bus). Dass auch dem Erfolg der vierten Auflage der im Rahmen der "Nachtausgabe" organisierten "Jazz-Party" ein durchschlagender Charakter innewohnen würde, stand bereits lange vor dem Erklingen der ersten Takte außer Frage - alle Billetts für die gemeinsam von der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung und der Volksbank in Schaumburg arrangierte Veranstaltung waren frühzeitig vergriffen. Dass es den Akteuren erneut gelang, in die eher auf Funktion denn auf Frohsinn ausgelegte Kundenhalle ein beinahe clubtaugliches Fluidum zu zaubern, erweckte in allen Beteiligten - Publikum inklusive - schon am Dienstagabend Vorfreude auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.

veröffentlicht am 12.10.2006 um 00:00 Uhr

Die nunmehr vierte "Jazz-Party" zaubert ein beinahe clubtauglich

Der Abend orientierte sich an bewährten Mustern. Zum Auftakt entführten "Little Jazz" - Helmut Rinne (Klarinette, Gesang), Marion Wallbaum (Gesang), Eckhard "Ecki" Möller (Posaune), Christoph von Storch (Gitarre), Mirko Pfennig (Kontrabass) und Wolfgang "Storch" Stahlhut (Schlagzeug) - die Zuhörerschaft in den Süden der Vereinigten Staaten. "Ein typisches New-Orleans-Programm", erläuterte Bandleader Rinne, habe die Formation vorbereitet - "mit allem, was damals an Schellack über den Atlantik kam." Im zweiten Set traten dieÜberraschungsgäste auf den Plan. In diesem Jahr standen den Bückeburgern die "Sunday Stompers" zur Seite. Bei den auf Dixieland, Hot Jazz und Ragtime spezialisierten Berlinern fehlte zwar, krankheitsbedingt, der für die Gründung der Gruppe verantwortliche Klaus Sonntag. Die Stompers - Peter Müller (Klarinette, Saxophon und Gesang), Stefan Gocht (Sousaphon) und Dagmar Hillbricht (Waschbrett und Gesang) - hatten mit Banjospieler Jürgen Beyer den Saitenpart indes nahezu gleichwertig besetzt. Das mittlerweile vier CD-Veröffentlichungen starke Quartett brachte überwiegend populäre Standards zu Gehör und die Halle erstmals zum Kochen. Außer dem weltläufigen Müller (60) spielten sich insbesondere Basstubist Gocht (34) und vor allen Dingen die gleichermaßen fulminant wie nuanciert pulsierende Hillbricht (46) in die Herzen der Nachtausgabe-Besucher. Während des von allen Musikern gemeinsam bestrittenen Schlussteils gab es spätestens nach "When The Saints", "Play a Simple Melody (Klarinetten-Duett) und "Sweet Georgia Brown" (Posaunen-Duett) kein Halten mehr. Und nach dem von der wieder einmal reichlich Lebensfreude versprühenden Marion Wallbaum angestimmten "You're Driving Me Crazy" schon gar nicht mehr. Übrigens: Die Sängerin hatte ganz zu Beginn des Abends bereits außergewöhnliche Begeisterung hervorgerufen: Schon im Anschluss an das zweite Stück ("All Of Me") mochte ein Zuhörer die Jazz-Party nicht zu Ende gehen lassen und forderte lautstark eine Zugabe.

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