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Flaschenpost ist 20 Monate unterwegs

Mit 1,8 Metern pro Stunde die Weser durchpflügt

Bückeburg (bus). Ein Kreativangebot aus dem Jahr 2005 hat jetzt in der Jugendfreizeitstätte einiges Aufsehen erregt. Der "Spätzünder" war Bestandteil der Sommerferienaktion für Bückeburger Kinder. Unter dem Motto "Flaschenpost herstellen" hatten am 22. Juli acht Mädchen und Jungen unterschiedliche Modelle gebastelt und auf den portofreien Beförderungsweg geschickt. Am 22. März 2007 erreichte eine der Sendungen ihre Empfängerin. Sprich: Die zehnjährige Hausbergerin Jana Lin Sülberg fand eine der Flaschen. Das außergewöhnliche Ereignis nahm die "Stätte" zum Anlass für eine Feier.

veröffentlicht am 28.03.2007 um 00:00 Uhr

Alles echt: Jana Lin Sülberg zeigt Patrick Tielker die aus der F

Um Flaschenpostsendungen kursieren etliche abenteuerliche Geschichten. Eine Pulle soll es von Rotterdam bis Rio de Janeiro geschafft haben, heißt es in einschlägigen Foren im Internet, einer anderen wird die Rekordreisezeit von 67 Jahren nachgesagt. Manche dieser Wunderdinge mögen, was beim Transportmedium Wasser nahe liegt, mit reichlich Seemannsgarn gestrickt worden sein. Die Bückeburger Geschichte ist allerdings absolut wasserdicht, vielfach bezeugt und belegt. Jana Lin zur Seite stand Manuel Kütemeyer, der (erwachsene) Sohn ihrer Patentante. In der Jugendfreizeitstätte verbürgt deren Leiterin Stefanie Krohne die Seriosität der Ereignisse. Krohnes Angaben zufolge hat das an der Weserbrücke in Eisbergen aufgegebene Expressgut bis zum Fundort an der Autobahnbrücke in Holtrup in 20 Monaten exakt 26 Kilometer zurückgelegt. Was bedeutet, dass das zuvor als Rotkohlglas verkannte Behältnis die Weserfluten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 0,0018 Stundenkilometern durchpflügt haben muss. Anders ausgedrückt: Das Hochgeschwindigkeitspäckchen legte pro Stunde 1,8 Meter zurück. "Ich habe mich eine Woche lang gefreut", beschrieb Krohne ihre Gefühlswelt im Anschluss an die Nachricht vom Fund. Nicht minder groß war die Freude in der Familie der Finderin, der die Post bei Aufräumarbeiten auf dem Campingplatz der Patentante aufgefallen war. "Ich bin richtig froh, dass ihr so reinlich seid", gab die Stätten-Leiterin der Zehnjährigen und ihrer sie begleitenden Mutter Christiane zu verstehen. Jana Lin freute sich außer über den "großen" Empfang und die köstliche Bewirtung in der ehemaligen Residenzstadt über zahlreiche Schreibutensilien und eine mit Briefpapier (!) befüllte Schmuckkassette.

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