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Missbrauchsfall Lügde: Ermittlungen gegen sieben Personen

WESERBERGLAND. Im Fall des jahrelangen Missbrauchs von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde-Elbrinxen wird bislang gegen sieben Beschuldigte ermittelt. Das haben die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei Bielefeld am Dienstag mitgeteilt. Die Ermittlungskommission besteht mittlerweile aus 60 Personen.

veröffentlicht am 26.02.2019 um 17:52 Uhr
aktualisiert am 26.07.2019 um 13:52 Uhr

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilen, werde weiterhin gegen drei Beschuldigte, die sich in Untersuchungshaft befinden, wegen des dringenden Tatverdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt. Gegen einen weiteren Beschuldigten werde aufgrund eines Hinweises auf mögliche Datenmanipulationen wegen des Tatverdachts der Strafvereitelung ermittelt.

Gegen zwei weitere Beschuldigte bestehe der Verdacht möglicher Unterstützungsleistungen wegen des Tatverdachts der Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern. Durch die IT-Auswertungen habe sich zuletzt gegen einen siebten minderjährigen Beschuldigten der Verdacht des Besitzes kinderpornografischer Schriften ergeben. Die Beschuldigten vier bis sieben befinden sich auf freiem Fuß.

Die Ermittlungskommission „Eichwald“ besteht mittlerweile aus 60 Ermittlern. Eine weitere personelle Aufstockung wird nicht ausgeschlossen. Die Zahl der identifizierten Opfer hat sich den Angaben zufolge nicht verändert. Bislang sind 31 minderjährige Opfer identifiziert, darunter 27 Mädchen und vier Jungen.

Die Ermittler hoffen weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung. Das Hinweistelefon ist unter Tel. 0521/545-4215 zu erreichen.

Neben den Ermittlungen zu den zahlreichen Missbrauchsfällen wird weiterhin gegen Polizeibeamte und gegen Mitarbeiter von Jugendämtern ermittelt. Eine gesonderte, fünfköpfigen Ermittlungskommission „Rad“ sei Hinweisen auf Verbindungen zwischen Beschuldigten und Polizeibeamten nachgegangen. Polizeibeamte seien dazu vernommen worden, zudem seien Befragungen auf dem Campingplatz durchgeführt worden.

Nach bisherigen Erkenntnissen gebe es jedoch keine Belege dafür, dass weitere Polizeibeamte in die Taten involviert waren oder diese geduldet haben. Auch Mutmaßungen rund um gemeinsame Vereinsaktivitäten von Beschuldigten und Polizeibeamten hätten sich bislang nicht bestätigt. Die Emittlungen gegen zwei Polizeibeamte wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt gehen derweil weiter.

Die Tatorte auf dem Campingplatz, die bereits durch die Polizei Lippe gegen unbefugten Zutritt gesichert und versiegelt worden waren, sind am 19. und 20. Februar weiter durchsucht worden. Dabei wurden Gegenstände aufgefunden, die nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen ebenfalls als Beweismittel in Betracht kommen. Die Tatorte sind laut Polizei und Staatsanwaltschaft „teils vermüllt und chaotisch“.

Um sie besser durchsuchen zu können, seien einzelne Bereiche mit Gittern abgesperrt und eine Bestreifung eingerichtet worden. Dies ermögliche den Ermittlern eine intensive, sehr kleinteilige Untersuchung der Tatorte, um Beweismittelverluste zu verhindern, heißt es. Um Gegenstände zwischenlagern zu können, sollen im abgesperrten Bereich Container aufgestellt werden.

Ein bereits durch die Polizei Lippe sichergestellter PKW eines Beschuldigten wurde derweil für weitere Durchsuchungen abgeschleppt.

Sämtliche IT-Asservate, die der Ermittlungskommission „Eichwald“ vorliegen, befinden sich im Original beim Polizeipräsidium Bielefeld. Zur Auswertung - auch dezentral in den übrigen Polizeipräsidien - werden Sicherungskopien genutzt.

red



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