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Vor Gericht: Auf Bewährung verurteilter Rentner leugnet jetzt Aussage

Missbrauch? 64-jähriger Rintelner zieht sein Geständnis zurück

Rinteln/Bückeburg (maf). Der Prozess gegen einen 64-jährigen Rentner, der eine Schülerin mehrfach sexuell missbraucht haben soll, hat eine überraschende Wende genommen: Nachdem der Mann im Oktober vor dem Rintelner Amtsgericht zugegeben hatte, das zehnjährige Mädchen drei Mal unsittlich angefasst zu haben, bestritt er nun im Berufungsverfahren die Vorwürfe.

veröffentlicht am 07.02.2008 um 00:00 Uhr

Vor vier Monaten war er nach dem Geständnis in erster Instanz zu einer moderaten Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden und hatte damit dem Mädchen eine Aussage erspart. Außerdem wurde dem 64-Jährigen auferlegt, 550 Euro an die Schülerin zu zahlen. Dann legte er unerwartet gegen das Urteil Berufung ein. Vor dem Landgericht Bückeburg leugnete der Angeklagte jetzt die zuvor gestandenen sexuellen Übergriffe: "Ich habe das Kind nie angefasst, gar nichts." In Rinteln will er die Schuld auf sich genommen haben, damit das Mädchen nicht aussagen musste. Er habe es damals nur entlasten wollen. Nach dieser Einlassung setzte die Berufungskammer unter Vorsitz von Richter Friedrich von Oertzen die Verhandlung aus, so dass der Prozess demnächst neu aufgerollt werden muss. Dann werden auch das Mädchen und eine Sachverständige gehört. Für den Rentner bleibt der Ausgang des Verfahrens ungewiss: Im Falle einer Verurteilung kann gegen den 64-Jährigen aufgrund des gesetzlichen Verschlechterungsverbotes zwar keine höhere als die einjährige Bewährungsstrafe verhängt werden, an die erstinstanzlichen Bewährungsauflagen ist die Kammer allerdings nicht gebunden. Diese können also deutlich härter ausfallen.



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