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Umweltminister spricht vor Fischereiverein / Bis 2012 rechtlich keine Handhabe

Minister Sander: Pipeline nicht die Lösung gegen Weserversalzung

Rinteln (wm). Der niedersächsische Minister für Umwelt und Klimaschutz, Hans-Heinrich Sander (FDP), hat am Sonnabend anlässlich der Feier zum 100-jährigen Bestehen des Fischerei-Vereins Grafschaft Schaumburg im Brückentorsaal auch zur Weserversalzung Stellung genommen.

veröffentlicht am 16.09.2008 um 00:00 Uhr

Da hat einer angebissen: Karl Tiedermann lockt Minister Sander (

An der Rechtslage, die bis zum Jahr 2012 festgeschrieben sei, könne zurzeit nichts geändert werden, das wisse auch Kali und Salz, betonte Sander. Wenn Kali und Salz sich allerdings jetzt nicht um eine Verringerung der Salzbelastung von Werra und Weser bemühe, würde es nach 2012 auch aufgrund der Wasserrahmenrichtlinien eng. Bis dahin, so Sander, müsse eine Lösung gefunden werden, die sowohl für das Unternehmen wie für die Weser akzeptabel sei, denn der Kaliberg sei nun einmal da. Die Idee einer Pipeline gebe es seit Jahrzehnten, nur habe niemand geglaubt, dass es so weit kommen würde. Wobei Sander eine Pipeline in die Nordsee nicht als Lösung ansieht. Das Natriumchlorid aus dem Bergbau habe eine andere Zusammensetzung als die Nordsee, eine Pipeline schade dem Naturpark Wattenmeer. Sander betonte, er setze weiter auf Verhandlungen und sei überzeugt, dass sich eine technische Lösung finden lasse, die allen Belangen gerecht werde. Sander bestätigte den Anglern und Fischern, sie leisteten unverzichtbare Naturschutzarbeit, auch wenn man "was im Wasser ist" oft nicht so bewusst wahrnehme wie Wald, Feld und Flur. Angler und Fischer ständen für Nachhaltigkeit, denn kein Fischer komme auf die Idee, "durch unvernünftiges Verhalten seine eigentlichen Möglichkeiten einzuschränken". Obwohl der Fischerei-Verein mit 900 Mitgliedern zu den großen Vereinen gehört, nimmt man ihn in der Öffentlichkeit nur selten wahr. Den Grund dafür nannten Vorsitzender Karl Tiedermann wie Lothar Uhde, Referent für Öffentlichkeitsarbeit vom Landessportfischerverband: Fischer und Angler seien von Haus aus nun mal ruhige Leute - und praktisch denkendeauch: Statt einer Eintrittskarte gab es bei der Jubiläumsveranstaltung im Brückentor am Eingang einen Wobbler. Mit diesem kleinen Köderfisch aus Plastik kann man später angeln gehen, verriet Kassierer Günther Eggers. Fischer und Angler, ließ Uhde wissen, hätten zurzeit keinen Grund, über den Minister zu klagen, denn der habe mit der Fortführung der Kormoranverordnung die Vorlage des Landessportfischerverbandes mehr oder weniger unverändert übernommen. Die Verordnung lässt weiterhin "zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden und zum Schutz der heimischen Tierwelt" die gezielte Bejagung von Kormoranen auf Binnengewässern zu, an denen ein Fischereirecht besteht. Außerhalb von Schutzgebieten und unter Beachtung einer Schonzeit vom 1. April bis 15. August dürfen Kormorane, die sich auf, über oder näher als hundert Meter an einem Binnengewässer mit Fischereirecht befinden, tagsüber bejagt werden.

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