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„Das ist mit mir nicht zu machen“ / Unternehmen fordert Gespräche ohne Vorurteile / Kritik auch von den Anrainern

Minister Sander kritisiert Pipeline-Ideen von Kali+Salz

Weserbergland (fhm). „Das ist nicht machbar.“ Umweltminister Hans-Heinrich Sander bleibt bei seiner Ablehnung der Fernpipeline-Ideen, die von der Kali+Salz AG am Runden Tisch Gewässerschutz Werra/Weser vorgestellt wurden.

veröffentlicht am 28.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 11:21 Uhr

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Das Unternehmen, das wegen der Einleitung von Salzabwässer in die Kritik geraten ist, will den möglichen Bau einer Salzwasserpipeline an die Oberweser oder in die Nordsee unter ökologischen, politischen und wirtschaftlichen Aspekten prüfen. Die Fernpipeline ist Bestandteil der Gesamtstrategie von Kali+Salz, die bei der Sitzung des Runden Tisches Gewässerschutz vorgestellt wurde.

„Natürlich kann K+S das prüfen“, so Umweltminister Sander, „aber das Gebiet an der Küste, wo die Pipeline münden könnte, werden wir am Ende des Monats zum Weltnaturerbe erklären.“ Und dann sei das Thema Pipeline hinfällig.

Auch die ins Spiel gebrachten Ideen einer Pipeline an die Oberweser, um Salzabwässer direkt einzuleiten, lehnt Sander ab. Er könne sich nicht vorstellen, dass man etwa Pipeline-Einleitungen bei Hannoversch Münden oder Bad Karlshafen hinnehmen werde. Auch das sei mit ihm nicht zu machen.

Auf Anfrage bestätigte Oliver Morgenthal von Kali+Salz die ablehnende Haltung des Bundeslandes Niedersachsen zum Thema Pipeline. Auch am Runden Tisch sei dies deutlich geworden. Er fordere dazu auf, ohne Vorurteile und ergebnisoffen miteinander zu sprechen. „Unser Gesprächsangebot gilt für alle.“

Man sei auf dem Weg bis 2015 die Salzwassereinleitungen in die Werra zu halbieren. Die Frage sei, wie nach 2015 mit dann sieben Millionen Kubikmeter Salzabwässer umgehe. Eine von mehreren Möglichkeiten sei die standortferne Unterbringung per Pipeline. Und neben der Nordsee sei auch die Oberweser eine Möglichkeit, wo nach dem Zufluss von Fulda oder Diemel die Wassermenge größer werde.

Nach Angaben von Kali+Salz verfolge das Unternehmen das Ziel, die Salzabwässer weiter zu minimieren, die bisherige Versenkung flüssiger Rückstände zu beenden und die Salzwassereinleitungen in die Werra zu reduzieren.

Bis Ende Oktober will Kali+Salz ein Maßnahmenpaket vorstellen. Bei der Sitzung des Runden Tisches machte der Leiter, Professor Dr. Hans Brinkmann, seine Erwartungshaltung deutlich. Mittelfristiges Ziel für Werra und Weser sei ein Zustand, in dem sich Süßwasserfische wieder zuhause fühlen und die Anrainerkommunen kein Angst um ihr Trinkwasser haben müssen. Das sei die Messlatte, an der sich Kali+Salz messen lassen müsse. Die in der Werra-Weser-Anrainerkonferenz zusammengeschlossenen Kommunen nannte die Vorschläge von Kali+Salz „alten Wein in alten Schläuchen“. Die Pipeline-Idee stamme aus dem Jahr 1925. „Nachdem der Runde Tisch jetzt 14 Monate getagt hat, stellen wir uns die Frage, wie lange es noch brauchen wird, bis er in unserem Jahrhundert ankommt.“

In den Strategien von Kali+Salz, so Dr. Walter Hölzel von der Anrainerkonferenz, fehle immer noch der Rückbau der Salzhalden, die auch noch in 1000 Jahren die Werra zum Salzwasserfluss machten. Nach Auffassung von Dr. Hölzel sei der Bau einer Pipeline keine Lösung.

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