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Regierung würdigt Wirken der Herder-Geschichtswerkstatt / Niedersächsischer Schülerfriedenspreis

Minister Busemann: "Hervorragende Arbeit!"

Hannover/Bückeburg (bus). Das mehrfach ausgezeichnete Wirken der Geschichtswerkstatt der Bückeburger Herder-Schule hat erneut eine überregionale Würdigung erfahren. Anlass der Auszeichnung war das Werkstatt-Projekt "Wegweiser auf den Spuren von Zwangsarbeit in Schaumburg und Petershagen/Lahde", das die Nachforschungen mehrerer Schülergenerationen zusammenfasst. Die Dokumentation wardem Landeskultusministerium eine Honorierung mit dem niedersächsischen Schülerfriedenspreis 2006 wert.

veröffentlicht am 24.01.2007 um 00:00 Uhr

Das stilvolle Ambiente des Gästehauses der niedersächsischen Lan

"Die Geschichtswerkstatt leistet seit vielen Jahren hervorragende Arbeit bei der Recherche und Dokumentation der Regionalgeschichte", lobte Kultusminister Bernd Busemann während der Preisübergabe im Gästehaus der Landesregierung. "Anderen ein Beispiel zu geben, zu zeigen, was möglich ist und zu ermutigen, ähnliche Wege zu gehen, das haben die heute ausgezeichneten Schüler in vorbildlicher Weise geleistet", fasste der Minister seine Anerkennung zusammen. Ein wichtiges Kriterium für die Vergabe des Schülerfriedenspreises sei die Wirkung der Initiativen und Aktionen über den engen Bereich der Schule hinaus. Busemann: "Erst damit werden die Aktionen im eigentlichen Sinne politisch." Die Gewinner - neben den Bückeburgern drei weitere Gruppen aus Wolfenbüttel, Osnabrück und Hannover - erhielten zusätzlich zu Urkunde und Preisgeld (für die Herder-Schule gab es 500 Euro) einen auf 400 Euro ausgestellten Gutschein der Verlagsgruppe Westermann. Der "Wegweiser" berichtetüber das "Arbeitserziehungslager" Lahde, das NS-Straflager Steinbruch Steinbergen sowie über Lager und Massengräber im Auetal. Darüber hinaus geht er den Spuren des "Todesmarsches" vom April 1945 von Lahde nach Hannover nach. Zu jeder Station gibt es eine illustrierte inhaltliche Zusammenfassung und eine exakte Wegbeschreibung. Die aktuelle Auszeichnung ist bereits der dritte Friedenspreis, der der von Klaus Maiwald geleiteten Werkstatt verliehen wurde. 1997 war die Jury auf den Einsatz der Schüler zur Errichtung von Gedenktafeln aufmerksam geworden, die an den Obernkirchener Karl Abel, Schaumburgs ersten Landesminister nach dem Zweiten Weltkrieg, die Zwangsarbeiter auf dem Friedhof der Reformierten Kirche in Bückeburg und das Geschehen um die Bückeburger Synagoge erinnerten. 2001 warder erfolgreiche Antrag, Pastor Wilhelm Mensching, der in seinem Petzer Pfarrhaus die Jüdin Ruth Lilienthal versteckt und vor dem sicheren Tod gerettet hatte, posthum in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechter unter den Völkern" auszuzeichnen, Anlass des Preisgewinns. "Alle heute gewürdigten Projekte sind herausragende Beispiele dafür, wie man aus der Schule heraus in die Öffentlichkeit wirken und den Gedanken der Völkerverständigung und des friedvollen, toleranten Miteinanders verbreiten kann", unterstrich Busemann. An der Erstellung der Dokumentation waren Yasmin Azimzadeh, Laura Fahrenholz, Svenja Hesse, Alexander Jakobs, Adam Kowalski, Carolin Krink, Erik Krüger, Artem Leichter, Marco Märtens, Jakob Niemetz, Irina Peit, Kay Schmöe, Steffen Schmöe und Michael Weiser beteiligt. Die Dokumentation "Wegweiser auf den Spuren von Zwangsarbeit in Schaumburg und Petershagen" ist zum Preis von fünf Euro weiterhin in der Bückeburger Buchhandlung Frommhold und im Sekretariat der Herder-Schule erhältlich.

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