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Riesenkran hebt Betonteile in neues Regenrückhaltebecken

Millimeterarbeit für den Hochwasserschutz

Rinteln (kk). Gestern Mittag, gegen 13 Uhr: Autofahrer auf der Ostumgehung bremsen unwillkürlich ab, um zu schauen, welches technische Spektakel sich da am Fuße des Straßendamms abspielt. Mitarbeiter einer Spezialfirma aus Warburg haben auf der Straße Am stumpfen Turm einen 200-Tonnen-Teleskopkran aufgerüstet. Der fast 70 Meter hohe Ausleger überragt die Bäume am Straßenrand erheblich. Das Monstrum ist nun einsatzfähig - endlich.

veröffentlicht am 06.12.2007 um 00:00 Uhr

Grit Seemann und Gunnar Spieß stellen das Projekt vor. Beim Einh

Seit morgens um 9 Uhr warten nämlich Mitarbeiter der Firma J. P. Wenig Tiefbau aus Obernkirchen, des Abwasserbetriebes der Stadt Rinteln, der Firma Kirchner Engineering Consultants und die Fahrer von vier Tiefladern mit riesigen Betonfertigteilen gespannt auf diesen Moment: Jetzt kann mit mehrstündiger Verspätung - der Kran war zuvor noch auf einer anderen Baustelle im Einsatz - mit dem Einheben der tonnenschweren Teile für Zu- und Ablauf und Reglerschacht für das derzeit größte Bauvorhaben des Abwasserbetriebes begonnen werden. Neben der Umgehungsstraße entsteht zur Zeit im Bereich Hohes Feld auf einer Fläche größer als ein Fußballplatz ein Regenrückhaltebecken. Bei Starkregen sollen hier bis zu 3500 Kubikmeter Wasser aus dem Industriegebiet Süd zurückgehalten werden, um sie dann dosiert an den Herrengraben als Vorfluter abzugeben. Hier habe es zwar in der Vergangenheit noch keine Überschwemmungsprobleme gegeben, doch mit immer neuen Firmenansiedlungen und damit verbundenen Bodenversiegelungen sei Vorbeugen gefragt, erläutern Grit Seemann vom Abwasserbetrieb und Gunnar Spieß vom Planungsbüro Kirchner. Das Projekt ist Teil eines Gesamtkonzepts, das für die Entwässerung des Industriegebietes aufgestellt wurde. Der Herrengraben war bereits ausgebaut worden. Noch läuft der Wassergraben am neuen Becken vorbei. Nach Einbau der Betonteile für Schieberschacht und Drosselbauwerk und Fertigstellung des 30 Zentimeter hohen umlaufenden Damms wird er endgültig angeschlossen. Seit November haben die Tiefbauspezialisten aus Obernkirchen das Becken ungefähr einen Meter tief ausgehoben, hierfür wurden 2500 Kubikmeter Erde bewegt, das entspricht in etwa 200 Lkw-Ladungen. Bodenuntersuchungen hatten ergeben, dass das Bauwerk als so genanntes "Havariebecken" geplant und genutzt werden kann. Es ist auf natürliche Weise durch Auelehm abgedichtet, schadstoffhaltiges Wasser kann nicht versickern. Eine Belastung des Wassers wäre nach einem Feuerwehreinsatz oder einem Betriebsunfall denkbar. Dann kann das Becken abgesperrt, das Wasser untersucht und fachgerecht entsorgt werden. Normalerweise wird kein Wasser im Becken stehen, es wirkt wie eine grüne Mulde am Fuß des Umgehungsstraßendamms. In Aktion tritt das 235 000 Euro-Bauwerk erst bei größeren Niederschlagsmengen. Gestern Nachmittag ging die Montage der bis zu 16 Tonnen schweren Betonteile dann reibungslosüber die Bühne. Besonders vom Kranpersonal war Präzisionsarbeit gefragt, da die Baukörper über den Graben und über die Bäume hinweg weit auf das Baustellengelände gehievt werden mussten.

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