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Goldene Hochzeit von Katharina Hölterhoff-Grote und Jörg Grote

Militärhistorie war ihr gemeinsames Hobby

Aerzen. „Eheglück ist Sonnenschein, ist Erfüllung, doch auch Pflicht, seine Wurzeln sind Vertrauen, untergrabet diese nicht.“ So lautet der Vers eines Gedichts von Katharina Hölterhoff-Grote (72), die am 10. Januar ihre goldene Hochzeit mit Jörg Grote (77) gefeiert hat. Offenbar wurde das Vertrauen zwischen den Eheleuten nie untergraben, sonst hätte die Ehe nicht 50 Jahre lang gehalten.

veröffentlicht am 16.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:21 Uhr

„Den Antrag, mich zu heiraten hat der Vater meines Mannes gemacht“, erinnert sich die Jubilarin. „Wir wurden, hart gesagt, verkuppelt. Denn ich sollte als Tochter eines Unternehmers standesgemäß heiraten.“ Der Schwiegervater Paul Grote – „der beste der Welt, den ich haben konnte“ – war immerhin Geschäftsführer der Aerzener Maschinenfabrik. Dort hatte Jörg Grote denn auch von der Pike auf sein Handwerk gelernt: erst Maschinenschlosser, dann über ein Fernstudium die Ausbildung zum Techniker. Sie dagegen absolvierte zunächst eine kaufmännische Ausbildung, schaffte dann aber ebenfalls über ein Fernstudium das Diplom zur Handelsfachwirtin und engagierte sich in der IHK.

Was das Leben der beiden aber besonders geprägt hat, war ein intensives gemeinsames Interesse an Militärhistorie. Begonnen hatte dies vor 40 Jahren mit der Ausgrabung eines in der Aerzener Feldmark abgestürzten britischen Lancaster-Bombers, die von britischen Pionieren unterstützt wurde. Es sollte nicht das einzige abgestürzte Weltkriegs-Flugzeug bleiben, das sie wieder an die Öffentlichkeit brachten. „Allein in den Niederlanden waren es zehn bis 15 Flugzeuge, die wir mitentdeckt und ausgegraben haben“, erinnert sich Katharina Hölterhoff-Grote. Dank ihrer ausgewiesenen Expertise nahm sie auf Einladung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes der Bundeswehr 1988 an einer internationalen wissenschaftlichen Tagung in Freiburg teil. Heute arbeitet sie nach ihrer Darstellung an einer Chronik des Luftkriegs.

Verbunden mit dem Auffinden abgestürzter Flugzeuge war das Sammeln von Fluginstrumenten, die Jörg Grote selbst restaurierte und dann Instrumentenbretter so anfertigte, wie sie einst in den Cockpits der Maschinen eingebaut waren. Heute findet sich davon nichts mehr im Haushalt des Ehepaars. „Das haben wir alles verkauft“, berichtet Jörg Grote.

In Aerzen wohnen und leben die beiden erst seit 20 Jahren, aber bei der Aerzener Maschinenfabrik arbeitete Jörg Grote 49 Jahre lang und beschäftigte sich intensiv auch mit der Geschichte des Unternehmens. In zwei selbst produzierten dicken Büchern finden sich unglaublich viele Details über Produkte der AM und ihre Mitarbeiter.

Dass Katharina Hölterhoff-Grote auch Turnier-Reiterin war, sich im DRK engagierte und noch heute Leiterin der ADAC-Touristik in Hameln ist, erwähnt die kommunikative Dame nur nebenbei. Auch das Fliegen hat sie gelernt – „die Berechtigung, in kleinen Maschinen als Co-Pilotin zu fliegen, habe ich“. Akribisch hat sie auch alles gesammelt, was sie oder ihre Familie betrifft. Zahllose Fotos und Dokumente stecken in ihren Aktenordnern.

Die Hauptfiguren in dem Groteschen Haushalt aber sind vier Teckel, die großen Lärm machen, wenn es an der Tür klingelt. Um die kümmert sich die Dame des Hauses. Drei Kanarienvögel werden dagegen von Jörg Grote versorgt.wft



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