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Held (WGA) und Kuhlmann (CDU) zur SPD-Erklärung

"Milchmädchenrechnung": Kandidaten wehren sich

Auetal (rnk). Auf die Pressemitteilung der SPD, in der Siegbert Held von der Wählergemeinschaft Auetal (WGA) und Hartmut Kuhlmann von der CDU aufgefordert wurden, nicht zu kandieren, weil sie im Falles eines Wahlsieges 70 000 Euro jährlich kosten würden, haben beide Kandidaten reagiert. Held bot der SPD Nachhilfe im Demokratieverständnis an und verweist - wie Kuhlmann auch - auf die Anfänge und jetzigen Bezüge von Bürgermeisterin Ursula Sapia.

veröffentlicht am 22.07.2006 um 00:00 Uhr

Was Held am meistensärgerte: "SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Bethge verurteilt hier ja schon meine Bewerbung als Bürgermeister. Brauchen die Leute der SPD Nachhilfe in Demokratie?" Er selbst würde "nie behaupten, Priemer setzt mit seiner Kandidatur ein falsches Signal. Alle drei angetretenen Kandidaten haben selbstverständlich das gute Recht zu kandidieren." Auf die "Milchmädchenrechnung" (Held) über die 70 000 Euro, die die Gemeinde sparen würde, wenn er und Hartmut Kuhlmann nicht antreten würden, verweist der Rolfshäger auf die gegenwärtige Bürgermeisterin: "Frau Sapia hat uns jährlich auch 120 000 Euro gekostet, da habe ich keine Schreie der SPD gehört. Wenn wir keinen Bürgermeister zusätzlich zum Verwaltungsvize benötigen, dann müsste Frau Sapia ja auch schon mindestens fünf Jahre überflüssig gewesen sein." Die WGA habe in der Vergangenheit tatsächlich des öfteren die Personalpolitik der SPD kritisiert, so Held weiter. Der letzte Fall sei noch ganz frisch. Der Kreistag habe vergangene Woche beschlossen, die Personalverwaltung des Auetals zu übernehmen. Unter dem Stichwort von interkommunaler Zusammenarbeit sei dagegen eigentlich auch nichts einzuwenden, wenn es zu einer Kostendreduzierung führt. Dieser Vertrag setze rund 27 Wochenstunden gleich 0,7 Stellen im Auetaler Rathaus frei. Held: "Es wird aber in dem Zuge bei der Gemeinde Auetal nicht an Stellenabbau gedacht. Somit verzeichnet die Verwaltung einen Stellenzuwachs um 0,7 Stellen, quasi durch die Hintertür und erhöht die jährlichen Ausgaben um rund 15 000 Euro." Der Rat der Gemeinde Auetal wird erst im Oktoberüber diesen Vertrag abstimmen, die WGA werde dem jedenfalls so nicht zustimmen, kündigte Held an. Ziel, so unterstrich Held, sei es, den jährlichen Fehlbedarf von über 600 000 Euro in seiner Amtszeit abzubauen. Gelingt dieses, spare die Gemeinde 600 000 Euro jährlich. Und: Wer sichüber seine Ausbildung und Erfahrung informieren wolle, könne dies unter www.wgauetal.de gerne tun, so Held abschließend, dem in der letzten Presseerklärung der SPD die berufliche Eignung für das Bürgermeisteramt mangels Erfahrung glatt abgesprochen wurde. Auch Hartmut Kuhlmann, Bürgermeisterkandidat der Auetaler CDU, hat sich gestern geäußert. Und sich erst einmal höhnisch bei Bethge dafür bedankt, "dass er sich daran erinnert hat, dass es außer Herrn Held noch einen weiteren Kandidaten gibt." Inhaltlich sagte Kuhlmann, dass die SPD vor Jahren ein falsches Signal gegeben habe: "Als die SPD Sapia als Kandidatin für das Bürgermeisteramt aufstellte." Denn "all das, was Bethge jetzt für die Zukunft voraussagt, traf schon damals zu." Wer eine Prognose für die Zukunft aufstellt, müsse damit rechnen, dass man daraus auch Rückschlüsse ziehen könne, so Kuhlmann: "Jetzt kann sich jeder ausrechnen, wieviel Geld die SPD in den letzten Jahren in den Sand gesetzt hat. Es war die CDU, die zu diesem Zeitpunkt ein Signal setzen wollte. Dieses hat die SPD verhindert. Wenn Bethge jetzt in seiner Pressemitteilung von Hohn gegenüber den Bürgern spricht, ist es noch mehr als Hohn, wenn man jetzt behauptet, dass eine erneute Kandidatur von Sapia wegen Einsparungen bei den Personalkosten nicht erfolgt." Besonders irritiert sei er aber darüber, dass Bethge indirekt seiner Bürgermeisterin jetzt die Qualifikation für das Bürgermeisteramt abspreche, meinte der Kathrinhäger weiter und erinnert dann an die Anfänge der jetzigen Bürgermeisterin: "Auch Sapia fehlte jede Erfahrung und Ausbildung." Kuhlmann abschließend: "Wie Bethge mit 70 000 Euro alle Maßnahmen finanzieren will, die er aufgezählt hat, soll er bitte schön erläutern. Ich empfehle ihm, den Rechenschieber zur Seite zu legen und sich einen Taschenrechner zu kaufen. So viel zum ernst gemeinten Sparen."

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