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Protestzug für höhere Erzeugerpreise gestartet / Mehrere Kundgebungen während EU-Ratssitzung

Milchbauern auf dem Treck nach Brüssel

Weserbergland / Brüssel (rd). Bundesweit haben sich Milchbauern mit ihren Traktoren auf den Weg nach Brüssel gemacht, um dort am Donnerstag und Freitag für höhere Erzeugerpreise zu demonstrieren. Um 6 Uhr starteten in Steinbergen auch Vertreter von Milchbetrieben aus Ottenstein, Bensen, Rinteln, Rolfshagen und Scheie. Sie folgten damit einem Aufruf des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM). Sie wollen heute bei einem europäischen Milchbauerntreffen in Brüssel dabei sein.

veröffentlicht am 16.06.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Auch aus anderen EU-Ländern reisen unzufriedene Milcherzeuger mit dem Traktor zum Sitz der Europäischen Union. Weitere Landwirte werden mit dem Bus nach Brüssel reisen und dort bei der Kundgebung während des Treffens der EU-Regierungschefs am 18./19. Juni auf ihre Kollegen treffen. Die deutschen Milchbäuerinnen haben sich außerdem in einem Aufruf an ihre europäischen Kolleginnen gewandt und diese gebeten, gemeinsam mit ihnen eine Nacht vor dem EU-Ratsgebäude zu campieren.

„Wir fordern die Europäischen Staats- und Regierungschefs auf, die Verbesserung der katastrophalen Lage am Milchmarkt zur Chefsache zu machen“, erklärt Romuald Schaber, Präsident des European Milk Board (EMB). Anhaltende Proteste der Milcherzeuger in Frankreich und in der Slowakei zeigen, dass viele Landwirte in der EU ihre Lage als dramatisch ansehen. Nach ihrer Ansicht ist vor allem die Überproduktion schuld an der schwierigen Situation der Milchbetriebe. Die europaweit zu große Milchmenge drücke die Erlöse für dieses hochwertige Grundnahrungsmittel. Preise unter 30 Cent könnten zu einer massenhaften Aufgabe von Betrieben führen, befürchtet der BDM. Nötig seien Milchpreise von dauerhaft über 35 Cent. „Alibi-Maßnahmen wie Exportsubventionen oder ein Vorziehen der Direktzahlungen setzen am falschen Ende an und lassen EU-Gelder wirkungslos verpuffen“, meint die Vizepräsidentin des EMB, Sieta van Keimpema. Der BDM betont, dass die „effektivste, kostengünstigste und schnellste Maßnahme zur Verbesserung der Situation der Milcherzeuger in ganz Europa eine sofortige europaweite Milchmengenreduzierung um mindestens fünf Prozent ist“.

Die EU-Regierungschefs werden nach Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) während ihres üblichen „Kamingesprächs“ über die Milchmarktproblematik reden. Bereits im Mai hatten Milchbäuerinnen des BDM mehrere Nächte vor dem Bundeskanzleramt in Berlin verbracht. Einige von ihnen waren sogar in einen mehrtägigen Hungerstreik getreten.

Die Bauern aus dem Weserbergland, die seit Dienstag mit fünf Traktoren unterwegs sind, treffen sich in Osnabrück mit Gleichgesinnten. Nach und nach soll der Treck auf eine große Länge anwachsen und entsprechend für Aufsehen sorgen.



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