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Nach einem Superstart geht's weiter / Weit mehr als nur "Karaoke" / Workshops für Einsteiger

Mikro sucht Stimme - "Die singen ja wirklich!"

Uchtdorf (who). "Mikro sucht Stimme" heißt das Projekt, mit dem Jens Finger aus Uchtdorf und Claus Frickemeier aus Herford gemeinsam mit ihrem Team von Freunden den frischen Wind verstärken, der seit Wochen durch den ehemaligen Jägerhof beziehungsweise das Restaurant DaVinci weht. Gut 120 Gäste erlebten mit, dass Karaoke weit mehr sein kann, als nur mit ein bisschen Gestik am Mikrofon die Lippen synchron nach bekannten Songs aus der Disco-Anlage zu bewegen.

veröffentlicht am 21.05.2007 um 00:00 Uhr

Karaoke macht Spaß, demonstrierte Sandra Finger den Gästen. Clau

Wenn's so gut weiter läuft, wie beim Start am Freitagabend, dann ist das Restaurant DaVinci an der Kasseler Landstraße bald Treffpunkt für Karaoke-Begeisterte aus weitem Umkreis. "Hier wird tatsächlich live ins Mikro gesungen", erklärt Claus Frickemeier, bevor er zusammen mit Jens Finger praktische Beispiele gibt. Der junge Industriemechaniker und der Web-Designer überzeugen im Handumdrehen mit ihren Versionen zur Musik von Lionel Ritchie oder Elton John. "Das ist unser Hobby und unsere Leidenschaft", berichtet Jens Finger. In der Herforder Diskothek Go-Park hatte er Claus Frickemeier kennen gelernt, der bereits mit dem Karaoke-Virus infiziert war. Danach war der Weg ans Mikrofon und zum selber Singen für den praktizierenden Keyboarder nicht mehr weit. Beide fanden mehr und mehr Spaß an der Sache und fanden Freunde in der Karaoke-Szene. Dabei reifte der Plan, selber etwas in der Art auf die Beine zu stellen. Helfer in der Technik und am Computer und mit dem DaVinci auch die passende "Location" seien schnell gefunden gewesen, erklärt Claus Frickemeier. "Was wir machen, geht total gut mit dem zusammen, was sich der Wirt Francesco Sciortino für sein Lokal vorstellt." Frickemeier weiter: die zwei Hauptzielgruppen für "Mikro sucht Stimme" seien "Leute, die entweder gerne unter der Dusche singen oder im Publikum sitzen, zuhören und fachsimpeln". Und beide Gruppen sind in Fraktionsstärke dabei, als sich die Interpreten auf der Bühne das Micro gegenseitig weiterreichen. Keine Spur bierseligen Dödelspaßes ist zu spüren als Daniel Schlieckmann aus dem Team mit dem Song "Alkohol" von Herbert Grönemeyer fast die gleiche Betroffenheit beim Publikum erzeugt, wie der Urheber selber. Umso gelöster wird's dafür, als Janine mit ihrem berührenden "Like a Prayer" antritt oder Jens Fingers Schwester Sandra. Die 27-jährige ist in ihrem "ganz normalen Leben" Erzieherin im Nikolaikindergarten in Rinteln und bringt das "No, no never" als würde Texas Lightning selber auf der DaVinci-Bühne stehen. Dass sie mit ihrem Vermögen, über drei Oktaven zu singen, Mariah Carey fast leibhaftig im Saal erscheinen lässt, überrascht anschließend kaum noch. Die Paradebeispiele sollen indessen nicht entmutigen, sondern zum Nachmachen ermuntern, haben sich Jens Finger und Claus Frickemeier vorgenommen. Claus: "Wenn man das und andere Beiträge erst drei- oder viermal gehört hat, kommt für gewöhnlich bei Neulingen der Gedanke auf: Das könnte ich doch auch probieren". Probiert haben die Beiden zusammen mit ihrem Team und anderen Freunden an etlichen Abenden im DaVinci. Und von vornherein sei es ihr Anspruch gewesen, etwas Professionelles und Dauerhaftes zu machen. So Frickemeier. Schon die Proben seien zu Singpartys geraten, als nach und nach die ganze Familie Sciortino mitgemacht oder immer wieder Restaurantgäste als Zuhörer nach oben geschickt habe. "Wir haben schließlich Eros Ramazotti rauf und runter gesungen", bestätigt Jens Finger. Neben den Vorbereitungen in Uchtdorf entstand die Homepage zum Projekt. Unter "www.micro-sucht-stimme.de" ist inzwischen alles zu finden, was zum Mitmachen führen kann. Das Kernstück sind die Songlisten zu den derzeit rund 5000 verfügbaren Titeln auf der Festplatte, die zu den Karaoke-Abenden abgerufen werden können. Die sollen regelmäßig an jedem zweiten Freitag stattfinden. "Und ausschließlich im DaVinci", meint Claus Frickemeier. Damit jeder ganz einfach hinfinden könne, enthalte die Homepage eigens einen Routenplaner mit Uchtdorf als einzigem Ziel. Dazu seien Workshops für bis zu zehn Teilnehmer zum Singenlernen geplant sowie später Wettbewerbe mit einer Jury aus professionellen Sängern mit einer regulären Studioaufnahme als erstem Preis für die Gewinner. Für die gastronomische Seite sorgen Francesco Sciortino und seine Familie und servieren auf Wunsch jede Position der DaVinci-Speisenkarte während der Veranstaltungen auch im Saal. "Die Idee finde ich ganz prima," erklärte denn auch eine begeisterte Uchtdorferin, "man kann wirklich seine Kinder unbesorgt hierher schicken und sie müssen nicht erst wer weiß wohin fahren, um einen Klasse-Abend zu erleben." Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Freitag, 1. Juni, ab 21 Uhr. "Und die Eltern dürfen gerne auch mitkommen", versichert Francesco Sciortino.

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