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Gesellschaft tritt sich zum Gedankenaustausch / Unbeeindruckt vom "Lärm vor der Tür"

Miegel-Tage: Protest bleibt außen vor

Bad Nenndorf (tes). Der Ablauf der Agnes-Miegel-Tage ist durch die Demonstration am Sonnabend nur unerheblich eingeschränkt worden. In ihrem alljährlichen Treffen machte die Agnes Miegel Gesellschaft auch inhaltlich klar, dass diese kein politisches, sondern ein rein literarisches Anliegen hat und sich für weitere historisch-kritische, wahrheitsgetreue Aufarbeitung einsetzt. So widmeten sich die Lesungen im Hotel Hannover der Dichterin als "Weltbürgerin der Po esie."

veröffentlicht am 05.03.2008 um 00:00 Uhr

"Leider steht unsere diesjährige Tagung unter unguten Vorzeichen", thematisierte die Vorsitzende Marianne Kopp in ihrer Begrüßung die "De- monstration gegen Agnes-Mie gel-Verherrlichung". Sie verdeutlichte ihr Unverständnis und kündigte im Anschluss an die erste Lesung von Lyriker und Germanist Bodo Heimann aus Kiel den Besuch von Konfliktmanagern der Polizei an. Die gaben den bundesweit angereisten, zumeist älteren Mitgliedern Verhaltenstipps. Zu einer Begegnung mit den Demonstranten kam es allerdings nicht. Den Lyriker schreckten die Begleitumstände nicht. Er freute sich über diese Gelegenheit "zu einem Zeitpunkt, wo Miegel so ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt". Dennoch verzichtete die Gesellschaft auf das geplante Gedenken am Grab und verlegte die Ansprachen ins Hotel. Grund dafür sei aber das stürmische Wetter gewesen, erklärteSchriftführer Einhart Wehrhahn. Die Mitglieder, dieüberwiegend selbst aus Ostpreußen stammen, schwelgten mit den Versen der Dichterin in Kindheitserinnerungen. "Es war einfach schön", lobte eine Zuhörerin. Wohlwissend, dass sich diese Form der Heimatliebe nur allzu leicht ideologisch ausdeuten lässt, gab eine Teilnehmerin zu bedenken, diese Werke seien lange vor dem "Dritten Reich" entstanden. Die kulturelle Vielfalt in Miegels Gedichten spiegele sich darin wider, dass diese viele historische Epochen von der Kaiserzeit bis zur Bundesrepublik durchlebt habe. Mit "Jahresgaben" versucht die Gesellschaft, Untersuchungen zu Werk und Persönlichkeit der Dichterin zu publizieren. Die aktuelle Ausgabe beschäftigt sich mit den "unerfreulichen" Aktionen. Kopp sieht ihre Aufgabe darin, zu informieren und aufzuklären. Die Gedichte an Hitler, Grund für die Forderung nach Umbenennung von Straßen und Schulen, bezeichnete Kopp als "künstlerisch schlechte, schwülstige Machwerke im Ton jener Zeit, die jedoch keine Hasspropaganda oder Verherrlichung von Terror, Rassismus, Gewalt und Krieg enthalten."



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