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Flüchtlinge beleben die vom Fachkräftemangel geprägte Branche

Metallindustrie bietet eine Chance

Der Fachkräftemangel ist auch in der Metallindustrie zu spüren. Allerdings fassen immer mehr Flüchtlinge Fuß in der Branche.

veröffentlicht am 06.06.2019 um 12:42 Uhr
aktualisiert am 06.06.2019 um 13:20 Uhr

Die Konjunktur in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie trübt sich nach Angaben von Arbeitgeberverbänden weiter ein. Der negative Konjunkturtrend vom vergangenen Herbst setze sich auch in diesem Frühjahr 2019 fort, teilte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch jüngst mit. „Der Kostendruck auf die norddeutsche Industrie steigt weiter, besonders der Mangel an ausbildungsfähigen Jugendlichen belastet die Unternehmen mehr denn je“, fasste er das Ergebnis einer Befragung von 164 Unternehmen mit rund 107 800 Beschäftigten zusammen. Erstmals hat fast die Hälfte (49 Prozent) der Firmen die Situation auf dem Ausbildungsmarkt als schlecht oder unbefriedigend bewertet. Hinzu kommt für 62 Prozent eine schlechte oder unbefriedigende Verfügbarkeit von Fachkräften, unter der den Verbänden zufolge vor allem Betriebe mit weniger als 500 Beschäftigten litten.

 

Allerdings fassen immer mehr Flüchtlinge Fuß in der norddeutschen Metallindustrie. Nach Zahlen der Arbeitsagentur konnten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in den ersten beiden Monaten dieses Jahres allein 1734 Arbeitnehmer in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden, davon auch viele in der Metallindustrie. „Der unverändert große Mangel an geeigneten Fachkräften und Auszubildenden wird durch die wachsende Zahl von Flüchtlingen zumindest ein Stück weit gemindert“, sagt Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Nordmetall. „Wir würden noch viel mehr Flüchtlingen Arbeit und Ausbildung ermöglichen können, wenn sie schneller besser Deutsch lernen würden.“

 

Gleichzeitig warnte Fickinger vor einem bevorstehenden Einbruch der Konjunktur. „Die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie hat über die zurückliegenden fünf Jahre einen stetigen Aufschwung genommen, der sich bis in das letzte Quartal 2018 konsequent fortgesetzt hat“, sagte der Hauptgeschäftsführer. „Seitdem allerdings erleben wir einen Auftragseinbruch, der uns sorgenvoll in die Zukunft schauen lässt.“ Die lange Phase des Wachstums in der norddeutschen Metallindustrie sei vorbei, die der Flüchtlingsintegration dagegen nicht.



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