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Amnesty prangert Fall in Turkmenistan an

Menschenrechtlerin in der Haft ermordet

Bückeburg. Weltweit setzt sich die neutrale Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" (AI) für Menschen ein, die wegen ihrer politischen und religiösen Überzeugung oder ihrer Rasse verfolgt werden, ohne Gewalt angewendet oder propagiert zu haben. Solche Fälle stellt die Vereinigung regelmäßig der Öffentlichkeit vor und fordert jeden auf, sich mit so genannten "Briefen gegen das Vergessen" an die Machthaber des jeweiligen Landes zu wenden und sich damit für die Verfolgten einzusetzen.

veröffentlicht am 21.11.2008 um 00:00 Uhr

Die Aktivisten Ogulsapar Muradowa, Annakurban Arnanklitschew und Sapardurdi Chadschijew wurden zwischen dem 16. und 18. Juni 2006 festgenommen, offenbar aufgrund ihrer Verbindungen zur Menschenrechtsorganisation "Turkmenistan Helsinki Foundation" (THF). Am 19. Juni 2006 berichtete das staatliche Fernsehen Turkemnistans, Annakurban Arnanklitschew sei vom Minister für nationale Sicherheit beschuldigt worden, an "subversiven Aktivitäten" und der Planung einer Revolution in Turkmenistan beteiligt zu sein. Die Anschuldigungen bezogen sich auf seine Teilnahme an Menschenrechtskursen in Polen, die Weiterleitung von Informationen über Menschenrechte an den Leiter der THF in Bulgarien und die Zusammenarbeit mit ausländischen Journalisten. Annakurban Arnanklitschew, Ogulsapar Muradowa und Sapardurdi Chadschijew wurden am 25. August 2006 wegen "illegalen Erwerbs, Besitzes oder Verkaufs von Schusswaffen" zu Haftstrafen zwischen sechs und sieben Jahren verurteilt. Die Verhandlung dauerte weniger als zwei Stunden. Vieles spricht dafür, dass die Anschuldigungen konstruiert wurden. Am 14. September 2006 wurde Ogulsapar Muradowas Familieüber ihren Tod in der Haft informiert. Tedschigul Begmedowa, Leiter der THF, berichtete Amnesty International, Verwandte hätten an der Leiche "eine sehr große Wunde auf der Stirn und Male am Hals gesehen". Amnesty ist beunruhigt über Berichte, dass alle drei Gefangenen gefoltert worden sein sollen. Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe, in denen Sie Ihre Bestürzung über den Tod von Ogulsapar Muradowa während der Haft zum Ausdruck bringen und die Behörden auffordern, eine umgehende, gründliche und unabhängige Untersuchung ihres Todes einzuleiten. Fordern Sie außerdem die sofortige und bedingungslose Freilassung von Annakurban Arnanklitschew und Sapardurdi Chadschijew. Schreiben Sie in gutem Turkmenisch, Russisch, Englisch oder auf Deutsch an: President Berdymukhammedow, Presidential Palace, 744000 Ashgabat, Turkmenistan (korrekte Anrede: Dear President Berdymukhammedow). Fax: 00 99 3 - 12 35 51 12. Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an: Botschaft von Turkmenistan, S.E. herrn Berdymurat Redjepov, Langobardenallee 14, 14052 Berlin, Fax: 030 - 30 10 24 53, E-Mail: info@botschaft-turkmenistan.de

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