weather-image
Amnesty International bittet um Unterstützung für Carlos Hernández und Dina Meza

Menschenrechtler per SMS Mord angedroht

Bückeburg. Weltweit setzt sich die neutrale Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" (AI) für Menschen ein, die wegen ihrer politischen und religiösen Überzeugung oder ihrer Rasse verfolgt werden, ohne Gewalt angewendet oder propagiert zu haben. Solche Fälle stellt die Vereinigung regelmäßig der Öffentlichkeit vor und fordert jeden auf, sich mit so genannten "Briefen gegen das Vergessen" an die Machthaber des jeweiligen Landes zu wenden und sich damit für die Verfolgten einzusetzen.

veröffentlicht am 29.12.2007 um 00:00 Uhr

Carlos Hernández, Vorsitzender der nichtstaatlichen Menschenrechtsorganisation "Asociación para una Sociedad más Justa" (AS), und Dina Meza, die ASI-Projektleiterin, sind nach Einschätzung von AI aufgrund ihres Engagements für die Menschenrechte in großer Gefahr. Die ASJ ist eine christliche Organisation, die sich dafür einsetzt, dass alle Bürger von Honduras einen besseren Zugang zu den Justizbehörden erhalten, um ihre Rechte geltend zu machen. Am 4. Dezember 2006 war der für die ASJ tätige Rechtsanwalt Dionisio Diaz Garcia in der Hauptstadt Tegucigalpa erschossen worden. Er war gerade auf dem Weg zum Obersten Gerichtshof, um dort einen Fall vorzubereiten. Vor seiner Ermordung vertrat er Mandanten, die seinen Angaben zufolge rechtswidrig von Sicherheitsunternehmen entlassen worden waren und andere Verstöße gegen das Arbeitsrecht erlitten hatten. Bereits seit Ende August 2006 waren Dionisio Diaz Garciá und die ASJ-Projektleiterin Dina Meza mehrfach verfolgt und beschattet worden. Drei Tage nach dem Mord erhielt Carlos Hernández eine SMS, in der ihm angedroht wurde: "Du bist der Nächste, weil Du der Vorsitzende bist". Seitdem haben die Drohungen und Einschüchterungen gegen ASJ-Mitglieder zugenommen. Am 20. Dezember 2006 forderte die Interamerikanische Menschenrechtskommission die Regierung auf, Schutzmaßnahmen für die bedrohten ASJ-Mitglieder zu ergreifen. Dieser Forderung wurde jedoch nicht in vollem Maße entsprochen, denn die Drohungen gegen ASJ-Mitglieder dauern an. Wer Garciá ermordet hat, ist noch nicht bekannt. Auch die Ermittlungen zu den Drangsalierungen von ASJ-Mitgliedern zeigen keine Fortschritte. Schreiben Sie bitte höflich formulierte Briefe an den honduranischen Sicherheitsminister, in denen Sie Ihre Sorge über die gegen Carlos Hernández und Dina Meza gerichteten Einschüchterungen und Drohungen zum Ausdruck bringen. Fordern Sie eine umfassende Untersuchung dieser Drohungen sowie der Ermordung von DionisioDiaz Garcia, mit dem Ziel, die Verantwortlichen zu ermitteln und vor Gericht zu stellen. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch an: Mr. Alvaro Antonio Romero Salgano, Ministro de Seguridad, Plantel Casamatta, subida al Picacho, Tegucigalpa, Honduras. (korrekte Anrede: Estimado Sr. Ministro). Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an: Kanzlei der Botschaft der Republik Honduras, 5.E. Herr Roberto Augusto Martinez Castaneda, Cuxhavener Straße 14, 10555 Berlin, Telefax: (030) 39749712, E-Mail: informacion@embahonduras.de

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare