weather-image
21°
Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht seien könnten, in Kleinenbremen auf der Bühne

Meister der (musikalischen) Improvisation

Kleinenbremen (ez). Das Lied "Vom Leben und der Liebe im Supermarkt in Bückeburg" war der Hit für einen Abend. Gesungen wurde es bei dem Gastspiel von "The Forgetables" im "Spektakulär Spektakulär" in Kleinenbremen. In der gemütlichen und familiären Atmosphäre des kleinen Theaterraumes kamen kürzlich rund 30 Zuschauer zusammen, um abermals die Show der zwei Künstler aus Heidelberg zu sehen. "The Forgetables", im wahren Leben Daniel Jaffé und Enno Kalisch, geben sich zweimal im Jahr die Ehre im "Spektakulär Spektakulär".

veröffentlicht am 10.03.2007 um 00:00 Uhr

" The Forgetables" - wieder einmal zu Gast in Kleinenbremen. Fot

Auf der Bühne stehen zwei Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine groß und rothaarig und der andere klein, mit dunklen Haaren. "Verschiedene Väter", ist die Erklärung dafür. Neben der Mutter teilen die beiden aber noch etwas anderes: das gleiche Problem. Sie können sich einfach nichts merken. Das ist der Grund warum weder eine Band noch eine Castingshow sie haben will. Das einzige was ihnen da bleibt, ist Musik-Comedy, und zwar improvisierte. Dass "The Forgetables" diese beherrschen, stellten sie den Anwesenden zwei Stunden lang unter Beweis. Dabei musste auch das Publikum spontan und kreativ sein, denn die Künstler brauchten für jedes Lied neue Wörter, Musikstile oder Tonhöhen. So fing der Abend etwa mit dem Lied über einen Eimer und einen Esel an, gefolgt von der Geschichte von Paul, der denkt, das Leben sei eine Schreibmaschine, bis hin zu einem Hip Hop-Song über Strumpfhosen. Das Highlight des Abends bildete eine Anekdoteüber die Mutter der beiden Brüder, die ihnen immer ein Volkslied vorgesungen hat. Welches das war, hatten sie natürlich vergessen. Da kam es nur gelegen, dass eine Frau im Publikum noch wusste, welches Lied es war, und dass der Rest der Zuschauer zur Auffrischung des Textes das gesamte Lied aucheinmal vorsingen konnte. Da die Mutter das Lied jedes Mal anders gesungen hat, folgte auf die ursprüngliche Version alles noch gejodelt und mit einem Schuhplattler untermalt, als Operette, als Kinderlied und als Countrysong. Die entsprechenden Veränderungen des Textes, um das Lied an den jeweiligen Stil anzupassen, sorgten für viele Lacher und Begeisterung. Die beiden Künstler verstehen ihr Handwerk. So wie der eine aus dem Stehgreif eine ganze Geschichte um drei Worte herum erfindet und dabei auch noch Themen aus den Liedern davor wieder einbringt, spielt der andere scheinbar mühelos eine passende Melodie dazu. Zwischen den beiden herrscht trotz der brüderlichen Neckereien Harmonie. Sie kamen während der ganzen Show nicht einmal ins Stocken und kleine Peinlichkeiten, wie offensichtliches Spucken beim Sprechen, wurden einfach ins Spiel mit eingebunden. Sehr zum Vergnügen der Gäste.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare