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Mein Advent

Es ist doch erstaunlich, wie unterschiedlich wir Menschen den A dvent empfinden und leben. Jeder hat sein ganz eigenes Thema. Es gibt keine Einheitsstimmung, keine Einheitsüberzeugung. Manche leben den Advent sehr intensiv, an anderen geht er einfach so spurlos vorüber.

veröffentlicht am 15.12.2007 um 00:00 Uhr

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Autor:

Pastor Heiko Buitkamp

Da gibt es in meinem Bekanntenkreis diejenigen, die in diesen vorweihnachtlichen Tagen völlig unbeschwert genießen, was es eben alles so zu genießen gibt. So jemand stürzt sich schon morgens voller Freude auf den Adventskalender und könnte sich den ganzen Tag von Plätzchen über Marzipan zu Butterstollen hangeln, der Strom von Süßem wird höchstens unterbrochen durch eine Bratwurst auf dem Adventszauber. Da wird die Stimmung genossen, in jedem Winkel der Wohnung steht eine Kerze. Anderen machen gerade diese Tage Probleme. Wo gerade in diesen Tagen Streit und Zwist in der Familie herrscht, fällt es schwer zu glauben, dass mit Weihnachten das Fest des Friedens vor der Tür steht. Wo gerade in diesen Tagen mit Krankheit zu kämpfen ist, fällt es schwer zu begreifen, dass zu Weihnachten ausgerechnet das Heil der Welt erschienen ist. Zu groß ist die Spannung zwischen den eigenen Erfahrungen und den vorweihnachtlichen Botschaften. Das Spannende am Advent ist, dass Gott für jeden und jede eine individuell passende Antwort bereit hält. Wir müssen uns nur ein wenig Zeit nehmen, uns für diese Botschaft zu öffnen. So individuell wir diese Tage empfinden, so individuell ist Gottes Antwort auf unser je eigenes Fühlen und Denken. Advent heißt ja: Bereite dich vor, horche in dich hinein. Nutze diese Zeit zur Besinnung, zur innerlichen Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Advent ist eine Zeit der Vorbereitung auf die weihnachtliche Botschaft, dass Gott ganz persönlich für jeden Einzelnen von uns Mensch wird. Gott für mich. Irgendwo in dieser Adventszeit wartet also eine persönliche Botschaft. Wer sich die Zeit dafür nimmt, wird seine je eigene Antwort finden. Mir geht in diesen Tagen die biblische Weisheit durch den Kopf: Nimm deinen Nächsten so an, wie Gott dich angenommen hat. Und ich denke: Wer diese Weisung im Hinterkopf behält, also seinen Mitmenschen stets mit freundlichen und wertschätzenden Augen betrachtet, auch wenn dieser vielleicht gerade gewaltig nervt, der trägt dazu bei, dass diese Welt ein etwas besserer Platz wird. Heiko Buitkamp ist Pastor der reformierten Jakobi-Gemeinde.



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